KATHARINE MARIA DREXEL.

Vorkämpferin für Bildung

Zum Gedenktag der heiligen Ordensfrau Katharine Maria Drexel am 3. März. Von Katrin Krips-Schmidt

Vorkämpferin für Bildung
Foto: IN Foto: IN
Vorkämpferin für Bildung
Foto: IN Foto: IN

„Warum wirst du nicht selbst Missionarin?“ Mit dieser Frage hatte die heilige Katharine Maria Drexel nicht gerechnet, als sie während einer Pilgerreise nach Rom, die sie zwischen 1886 und 1887 unternahm, von Papst Leo XIII. in einer Privataudienz empfangen wurde. Die karitativ engagierte junge Frau hatte den Heiligen Vater gebeten, Missionare aus Europa zu schicken, die sich um die Belange von armen Schwarzen und Indianern in den Slums und Reservaten der USA kümmern sollten, denen in jener Zeit der Zugang zur Bildung noch völlig verwehrt war.

Die Frage des Papstes verfolgte sie – bis zu ihrer Rückkehr nach Philadelphia, wo sie am 26. November 1858 geboren worden war. Ihre Mutter starb einen Monat nach ihrer Geburt, ihr Vater – ein sehr vermögender Bankier – heiratete erneut. So bekamen Katharine und ihre Schwester eine Stiefmutter, die die beiden Mädchen liebevoll und im katholischen Glauben erzog: Es war Emma Bouvier, die Urgroßtante von Jacqueline Kennedy, die in ihren Kindern ein starkes soziales Bewusstsein förderte und die für ihre wohltätigen Aktionen weithin bekannt war: Häufig besuchte die ganze Familie Reservate und Missionen in den westlichen Bundesstaaten der USA, wo Katharine das Leiden der Indianer und der ehemaligen Sklaven aus allernächster Nähe betrachten konnte.

Nach dem Tod ihrer Eltern wollte die zur Multimillionärin gewordene und ehelos gebliebene junge Frau das geerbte Vermögen in Werke investieren, die den Ureinwohnern Nordamerikas und den Farbigen zugutekamen.

Zwei Jahre nach der Begegnung mit dem Papst nahm Katharine den Schleier und trat ihr Noviziat bei den Sisters of Mercy, den Barmherzigen Schwestern, an. 1891 rief sie eine neue Gemeinschaft ins Leben, die „Schwestern vom Heiligen Sakrament“, die sich der Evangelisierung in den Gemeinschaften der Schwarzen und der Indianer widmen sollten. In den nun folgenden fünfzig Jahren gründete Katharine, die bis 1937 ihren neuen Orden als Oberin leitete, in vielen Indianerreservaten in den Dakotas, in Wyoming, Montana, Kalifornien, Oregon und New Mexico annähernd sechzig Schulen, und sie nahm am Aufbau der Schule in New Orleans teil, aus der sich die erste katholische Universität für Farbige und Indianer in den USA – St. Xavier in New Orleans – entwickeln sollte. Heute ist ihre Kongregation in vierzehn US-Bundesstaaten vertreten, auf Haiti sowie in Guatemala.

Die Vorkämpferin für Bildung und Gerechtigkeit starb am 3. März 1955 im Alter von 96 Jahren im Generalhaus ihres Ordens in Cornwell Heights in Pennsylvania, nachdem sie seit 1937 nach einem Herzinfarkt bis zu ihrem Tod ein Leben in Kontemplation verbrachte. Papst Johannes Paul II. sprach Katharine Drexel am 1. Oktober 2000 heilig, nachdem er sie am 20. November 1988 bereits in das Verzeichnis der Seligen aufgenommen hatte.