Von der Römerzeit bis zum Konzil

Fünfbändige Geschichte des Erzbistums Köln vollendet

Köln (DT/KNA) Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat kürzlich den dritten Band einer „Geschichte des Erzbistums Köln“ vorgestellt. Er beschreibt das Zeitalter der Glaubenskämpfe von 1515 bis 1688, wie der Kardinal am Freitag in Köln sagte. Der Düsseldorfer Historiker Hansgeorg Molitor behandele eine „sehr kurze Epoche, in der aber umwälzende Dinge wie die Reformation passiert sind“, so Meisner. Das Werk aus dem J. P. Bachem Verlag vollendet eine fünfbändige Bistumsgeschichte, die 1 700 Jahre umfasst. Sie reichen von der Römerzeit bis 1962. An den Werken war seit 1964 gearbeitet worden. Herausgeber des dritten Bandes ist Domkapitular Norbert Trippen. Er unterstrich, eine Bistumsgeschichte „in dieser Qualität“ gebe es in ganz Deutschland nicht. Molitor habe die Reformation aus katholischer Sicht dargestellt: „Er hat die Situation sehr ausgewogen beschrieben, das werden auch die evangelischen Theologen gerne lesen.“

Auf 864 Seiten beschreibt Molitor das Verhalten von Erzbischöfen ebenso wie von Seelsorgern und Gläubigen in den Gemeinden. Zudem geht es um das Wirken der alten und neu entstandenen Männer- und Frauenorden. Der Autor hob hervor, nichts habe diese Epoche so stark geprägt wie die Glaubenskämpfe. Zugleich weise die Volksfrömmigkeit der Zeit eine große Kontinuität auf. Als eine wichtige historische Quelle nennt Molitor die Visitationsprotokolle der Bischöfe. Sie hätten viel Aufschluss über das Gemeindeleben und über Pfarrer und Gläubige gegeben. Immer wieder hätten Kölner Erzbischöfe und Theologen den Gang der Dinge im Reich und in der ganzen Kirche beeinflusst, erläuterte der Autor und nannte als Beispiel das Konzil von Trient (1545–1563). Allerdings habe auch der gegen „Hexen“ und „Zauberer“ gerichtete Verfolgungswahn im Erzbistum Köln überdurchschnittlich viele Blutopfer gefordert. Molitor lehrte bis 2004 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Volksfrömmigkeit der frühen Neuzeit. Trippen wurde unter anderem durch seine Biografien über den ehemaligen Kölner Kardinal Josef Frings (1887–1978) bekannt. Derzeit arbeitet er an einer Biografie über Kardinal Joseph Höffner (1906–1987).