Voderholzer: Vaterunser nicht neu übersetzen

Regensburg (DT/KNA) Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat sich am Mittwoch gegen Überlegungen gewandt, das Vaterunser in Teilen anders zu übersetzen. Er warnte vor einer Verfälschung der Worte Jesu. Die Vater-unser-Bitte „und führe uns nicht in Versuchung“ sei genauso bei Matthäus und Lukas überliefert, und es gehe nicht an, Jesus zu korrigieren. Man müsse diese Worte erklären, aber man könne sie auch erklären in einem Sinne, dass das Gottesbild nicht verdunkelt wird. Bischof Voderholzer verwies in diesem Zusammenhang auf eine Predigt zum ersten Fastensonntag zum Evangelium von den Versuchungen Jesu (www.bistum-regensburg.de. Viel gravierender sei im Hinblick auf die Gefährdung des Gottesbildes die Leugnung der kirchlichen Lehre von der Erbsünde. Wo die Sünde und damit die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen nicht in der Verfehlung der menschlichen Freiheit begründet werde, bleibe nur, Gott selbst für das Böse verantwortlich zu machen, nicht nur im Sinne des Zulassens, sondern im Sinne der aktiven Urheberschaft. Das aber stehe tatsächlich im Widerspruch zum christlichen Gottesbild. Die französischsprachigen Bischöfe haben beschlossen, dass das Gebet ab ersten Advent in ihrem Sprachraum leicht modifiziert wird. Dabei geht es um die Textpassage, die auf deutsch mit „und führe uns nicht in Versuchung“ wiedergegeben wird. Im Französischen wird künftig das Verb „soumettre“ (unterwerfen) durch „ne pas laisser entrer“ (wörtlich: nicht eintreten lassen) ersetzt. Inzwischen fordern auch deutsche Theologen eine Anpassung.