Unterwegs zu Maria

Ein Pilgerführer zu Marienheiligtümern. Von Barbara Wenz

Das Gnadenbild von Marienstatt zieht Christen aller Konfessionen an. Foto: KNA
Das Gnadenbild von Marienstatt zieht Christen aller Konfessionen an. Foto: KNA

Von Maria nie genug, lautet ein geflügeltes Wort in der Mariologie. Auch Pilgerfahrten zu ihren Heiligtümern gewinnen Zulauf. Im Benno-Verlag Leipzig ist ein ansprechend gemachter kleiner Führer erschienen, bei dem zuerst die liebevolle grafische Gestaltung und das praktische Format mit dem wasserabweisenden Schutzumschlag auffällt: Dieser Führer passt in jede noch so kleine Gürtel- oder Rucksackseitentasche des frommen marianischen Pilgers.

19 Marienwallfahrtsorte in Deutschland – von Aachen mit dem Gewand Mariens bis Ziemetshausen mit dem Vesperbild – werden darin mit zwei bis drei Fotos kompakt vorgestellt.

Im zweiten Teil des Büchleins geht es um fast ein Dutzend Pilgerziele zur Gottesmutter in Österreich, Südtirol und der Schweiz. Am Fuße jedes Kapitelchens finden sich relevante Informationen in Stichworten zur Anreise mit PKW oder den Nahverkehrsmitteln, mit Angaben zu besonderen Wallfahrtstagen, Patrozinium, regelmäßigem Rosenkranzgebet, Kontaktmöglichkeiten und so weiter.

Auf dem Weg zur Gottesmutter zu sein bedeutet aber nicht nur, sich zu einem Ort aufzumachen, an dem der Schutz und die Fürsprache Mariens sichtbar waltet und greifbar wird, man kann auch ein ganzes Wegenetz zur größeren Verehrung der heiligen Frau bewandern – wie zum Beispiel den 2002 wieder ins Leben gerufenen „Fränkische Marienweg“, der gut 50 bedeutsame Stationen umschließt, aus vier Routen besteht und in Würzburg seinen Ausgang nimmt.

Für alle, die es ein bisschen überschaubarer und kleinteiliger mögen: Im Abschnitt „Weitere Marienpilgerwege“ wird zum Beispiel auf den Marienwanderweg durch die Kroppacher Schweiz im Westerwald in Rheinland-Pfalz hingewiesen, welcher das Franziskanerkloster Marienthal bei Hamm mit der Zisterzienserabtei Marienstatt bei Streithausen durch weitgehend schmale und malerische, uralte Pfade verbindet. Von den Marienwegen in Österreich, die ebenfalls vorgestellt werden, ist wohl das Wanderwegesystem „Mariazellerwege“ das bemerkenswerteste – für alle, die etwas mehr Zeit mitbringen und grenzüberschreitend pilgern möchten, bieten sich die Ausgangspunkte Tschenstochau in Polen, Csíkmyló in Rumänien oder auch das kroatische Marija Bistrica mit Zielpunkt Mariazell in Österreich an.

Wer im Rahmen einer Städtetour, vielleicht übers Wochenende, weniger Zeit hat, aber die bekanntesten und schönsten Marienbildnisse in West- und Ostdeutschland erleben will, für den haben die Kapitel „Marienbilder“ und „Marienkirchen“ mit vielen Fotos und einer Übersichtskarte einiges zu bieten. Im Anhang findet sich noch eine kleine Übersicht nützlicher Links. So handlich und kompakt, dabei gleichzeitig mit viel Liebe zum Detail und einem sorgfältigen und ansprechenden Layout ausgestattet, ersteht man von diesem Führer zur heiligen Gottesmutter am besten gleich zwei Exemplare, denn hat man ihn einmal durchgeblättert, um ihn zu verschenken, möchte man ihn am liebsten selbst behalten.

Dirk Klingner: Maria. Der Reiseführer.

Wallfahrtskirchen – Pilgerwege – Museen. Benno-Verlag Leipzig, 2016,

ISBN: 978-3-7462-4642-0, EUR 9,95,–