Unierte bestreiten Übergriffe in Ostukraine

Kiew/Moskau (DT/KNA) Die mit Rom verbundene griechisch-katholische Kirche der Ukraine (UGKK) hat Anschuldigungen des russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. entschieden zurückgewiesen. Die Darstellung des Patriarchen, ein griechisch-katholischer Militärseelsorger habe sich in der Ostukraine an Übergriffen gegen einen orthodoxen Priester beteiligt, seien „unwahr“, schrieb Kirchensprecher Igor Jatsiw am 15. August in einer Stellungnahme auf der Internetseite der UGKK. Hinter der Behauptung, nur Gläubige des Moskauer Patriarchats würden unter den Gefechten zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten leiden, stehe der „gefährliche“ und „unzulässige“ Versuch, religiöse Spannungen in der ukrainischen Gesellschaft zu schüren. Das russisch-orthodoxe Außenamt in Moskau hatte am Vortag einen Brief von Kyrill I. an den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel und die Oberhäupter der anderen orthodoxen Kirchen veröffentlicht. Darin bittet der Moskauer Patriarch diese, ihre Stimme zur Verteidigung der orthodoxen Christen in der Ostukraine zu erheben. Schon zu Beginn der Massenproteste gegen den damaligen ukrainischen Staatspräsidenten Viktor Janukowitsch auf dem Kiewer Maidan im November hätten Vertreter der griechisch-katholischen Kirche und „schismatischer Gruppen“ – gemeint ist vor allem das orthodoxe Kiewer Patriarchat – „offen Hass gegen die orthodoxe Kirche gepredigt, zur Beschlagnahmung von orthodoxen Kirchen und zur Ausrottung der Orthodoxie auf dem Gebiet der Ukraine aufgerufen“. „Unierte und Schismatiker“ hätten zu Beginn der Kämpfe Waffen bekommen und „unter dem Vorwand des Anti-Terror-Einsatzes eine Aggression gegen den Klerus der kanonischen ukrainisch-orthodoxen Kirche im Osten des Landes“ begonnen. Kyrill I. listet dabei mehrere Fälle der „Verhöhnung“ und „gezielten Verfolgung“ von Priestern auf. Für die griechisch-katholische Kirche betonte dagegen Erzpriester Jatsiw, unter der gegenwärtigen „Tragödie“ in der Ostukraine litten Anhänger aller Konfessionen. Es seien Kirchen und Klöster verschiedener Glaubensgemeinschaften zerstört worden. Geistliche aller Konfessionen würden in den Regionen Donezk und Lugansk und auf der Krim bedroht. Die griechisch-katholische Kirche rufe zur friedlichen Beilegung des Konflikts auf. „Wir verurteilen entschieden jegliche Gewalt gegen friedliche Bürger der Ukraine, besonders gegen Geistliche, unabhängig davon, welcher Konfession, Religion oder ethnischen Gruppe diese angehören.“