Trappisten: Alter Ritus nicht gegen das Konzil gerichtet

Abt von Mariawald verteidigt Entscheidung seines Klosters

Mariawald (DT/KNA) Als Bereicherung für die gesamte katholische Kirche hat Trappistenabt Josef Vollberg die Rückkehr des Klosters Mariawald in der Eifel zum überlieferten lateinischen Ritus verteidigt. Der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte Vollberg vorige Woche, die Wiedereinführung der alten Messe sei keineswegs ein Protest gegen die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Vielmehr gehe es darum, in der Vielfalt der Riten den liturgischen Reichtum zu entdecken, den die katholische Kirche über viele Jahrhunderte bis zur Liturgiereform von 1970 gepflegt habe.

Der Abt erinnerte daran, dass auch die Konzilsväter die heilige Messe nach dem überlieferten Ritus und in lateinischer Sprache feierten. Das Konzil habe allen kirchenrechtlich anerkannten Riten gleiches Recht und gleiche Ehre zuerkannt, in der Liturgiekonstitution „Sacrosanctum concilium“ werde ausdrücklich unterstreicht, dass diese Riten auch in Zukunft erhalten und gefördert werden sollten. Vollberg hat nach eigenen Worten viel zustimmende und nur wenig kritische Post erhalten, nachdem er am 25. November 2008 mitgeteilt hatte, dass die Trappistenabtei Mariawald mit Genehmigung des Papstes zum alten Ritus in der Messe und in den Chorgebeten zurückkehren werde.

In einem klärenden Gespräch mit dem Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff habe er die Hoffnungen dargelegt, die sich aus Sicht der kontemplativen Abtei aus diesem Schritt ergeben. Dabei seien auch einige Missverständnisse ausgeräumt worden. Der Abt betonte, die Zahl der Gottesdienstbesucher in Mariawald sei seither ebenso gestiegen wie die Zahl der Anfragen von Männern, die sich für das Leben in Deutschlands einziger männlicher Trappistenabtei interessieren. Die Rückkehr zur alten Liturgie und Ordensdisziplin vollzieht sich nach Angaben des Abtes in mehreren Etappen. Zunächst seien die Sonntagsmessen und das tägliche Abendgebet umgestellt worden, weitere Schritte würden demnächst folgen.