Tagesheiliger: 21. Mai: Der heilige Eugen von Mazenod

Das Leben des heiligen Karl Joseph Eugen von Mazenod spielte sich vor dem Hintergrund der Französischen Revolution ab.

Eugen von Mazenod kam am 1. August 1782 in Aix-en-Provence auf die Welt. Seine adlige Familie floh vor dem Vormarsch der französischen Revolutionstruppen nach Italien – Eugen war gerade acht Jahre alt – und ließ sich nacheinander an verschiedenen Orten nieder. Nach über zehn Jahren im Exil kehrte Eugen mit seiner Mutter 1802 nach Frankreich zurück, der Vater blieb in Palermo, denn seine Eltern hatten sich zwischenzeitlich getrennt.

Die Situation in Frankreich hatte sich für die katholische Kirche stark verändert: Klöster und Kirchen waren zerstört, die Ordensleute in alle Welt zerstreut, viele Priester vertrieben oder ermordet. Die Gläubigen waren von einer immer weiter voranschreitenden Entchristianisierung bedroht.

Bei seiner Rückkehr versuchte der Zwanzigjährige, die verlorene Zeit wieder aufzuholen und aus dem Vollen zu leben, sich den Vergnügungen seiner Zeit hinzugeben. Sogar an eine eheliche Verbindung mit einer jungen, reichen Frau wurde gedacht und der Adlige stellte sich bereits eine Zukunft in einer sicheren und angesehenen gesellschaftlichen Position vor. Doch dann kam alles ganz anders. Eine große Rolle spielte dabei ein Bekehrungserlebnis im Jahr 1807. Schließlich folgte Eugen seiner Berufung und trat 1808 in das Pariser Priesterseminar Saint Sulpice ein. Sein Wunsch war es nun, „Diener und Priester der Armen“ zu werden. 1811 zum Priester geweiht, lehnte er den Vorschlag des Bischofs von Amiens ab, der ihn zu seinem Generalvikar machen wollte.

Stattdessen verfolgte er gezielt seine eigenen Zukunftsvisionen: Er wollte in die heimatliche Provence zurückkehren und sich dort den Bedürftigen, den Gefängnisinsassen, der Landbevölkerung und den verlassenen Kindern widmen, um sie spirituell anzuleiten oder sie in den großen geistlichen Wirren, die durch die Revolution verursacht worden waren, wieder zu Gott zurückzuführen.

Durch den Erfolg seiner ersten Evangelisierungsbemühungen fühlte er sich zur Gründung einer Kongregation von Priestern inspiriert. So sammelte er eine Gruppe von Mitstreitern um sich, die bereit waren, von Dorf zu Dorf zu gehen, in der provenzalischen Landessprache zu predigen und die Beichte zu hören. Die Priester kamen zwischen ihren Einsätzen immer wieder im ehemaligen Karmel in Aix zusammen und führten dort ein Gemeinschaftsleben. Die „Gesellschaft der Missionare der Provence“, die Eugen von Mazenod 1816 ins Leben rief, wurde zehn Jahre später von Papst Leo XII. als Kongregation der „Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria“ errichtet. Pater Eugen wurde zum Generaloberen gewählt und 1837 folgte er seinem Onkel Fortuné auf dem Bischofsstuhl von Marseille. Innerhalb der nächsten 25 Jahre entwickelte der neue Bischof eine ungeheure Schaffenskraft. So gründete er etwa zwanzig neue Pfarreien, ließ mehr als 30 Kirchen bauen, gründete Seminare, initiierte vielfältige karitative Werke und Aktivitäten für junge Menschen und nahm zahlreiche Ordensgemeinschaften in seiner Diözese auf. Bald schon breiteten sich die Oblaten auch ins Ausland, nach Kanada, England und Südafrika aus.

Pater Eugen leitete seine Gemeinschaft bis zu seinem Tod am 21. Mai 1881 in Marseille trotz Konflikten, die ihn zeitweise entmutigten.

Papst Paul VI. erhob Eugen von Mazenod am 19. Oktober 1975 zur Ehre der Altäre, Papst Johannes Paul II. sprach ihn zwanzig Jahre später, am 3. Dezember 1995, heilig.