Syrischer Großmufti lädt Papst nach Damaskus ein

Rom (DT/KNA) Der syrische Großmufti Scheich Ahmad Badr el Din Hassoun hat den Papst zum Paulus-Jahr nach Damaskus eingeladen. Die syrische Hauptstadt sei eine Metropole der arabischen Kultur und ein Zentrum des am 28. Juni eröffneten Paulus-Jahres, zitierte ihn der römische Pressedienst „Zenit“. „Ich wäre sehr froh, wenn der Heilige Vater in diesem Jahr unsere Einladung zu einem Besuch in Syrien annähme.“ Er würde gerne nach Rom kommen, um die Reise vorzubereiten. Hassoun sprach sich für einen Dialog mit Blick auf ein friedliches Zusammenleben der Völker und Religionen aus. Der Vatikan könne eine tragende Rolle für einen Frieden im Nahen Osten spielen, sagte der Großmufti. Dabei wies er Kritik in der islamischen Welt nach der „Regensburger Rede“ von Benedikt XVI. zurück. „Im Grunde gibt es unter religiösen und intellektuellen Menschen keinen Streit, sondern nur Dialog und Diskussion. Ich hoffe, dass der Papst eine grundlegende Rolle für den Weltfrieden spielt.“ Hassoun verwies auch auf den Besuch von Johannes Paul II. 2001 in Syrien und dessen Appell, „nicht Mauern, sondern Brücken des Dialogs zu errichten“. Mit Blick auf die Trennmauer zwischen Israel und den besetzten Palästinenser-Gebieten sagte der Großmufti: „Der Vatikan hat eine wesentliche Rolle beim Niederreißen der Berliner Mauer gespielt. Ich hoffe, dass er eine ähnliche Rolle auch bei der Zerstörung der Mauer einnehmen kann, die derzeit im Land des Friedens errichtet wird.“