„Steuermann mit ruhiger Hand“

Das Bistum Regensburg nimmt Abschied von Bischof Manfred Müller – Beisetzung im Dom

Bischof Rudolf Voderholzer segnet bei der Totenvesper am 27. Mai den Sarg. Foto: Pressestelle Regensburg
Bischof Rudolf Voderholzer segnet bei der Totenvesper am 27. Mai den Sarg. Foto: Pressestelle Regensburg

Regensburg (DT/KNA) Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ist am Donnerstag im Regensburger Dom das Requiem für den am 20. Mai im Alter von 88 Jahren gestorbenen emeritierten Bischof Manfred Müller gefeiert worden. Er hatte das größte Flächenbistum Bayerns von 1982 bis 2002 geleitet. Der Münchner Kardinal Friedrich Wetter würdigte in seiner Predigt den Verstorbenen als einen Bischof, der stets auf die Menschen zugegangen sei und ihnen gezeigt habe, dass er für sie da sei und sie möge. Vor allem aber habe sich Müller in seinem Bistum bemüht, Frieden und Einheit zu wahren. Der Altbischof wurde nach der Trauerfeier im Regensburger Dom beigesetzt. Wichtig sei dem Bischof stets gewesen, dass sich die Gläubigen in der Kirche beheimatet fühlten, betonte Wetter: „Als Steuermann im Schiff der Kirche von Regensburg hat er mit ruhiger Hand sein Bistum durch das Auf und Ab jener Jahre gelenkt.“ Dabei sei ihm der Religionsunterricht stets ein Herzensanliegen gewesen. Die von Müller errichtete und nach ihm benannte Schulstiftung gebe davon Zeugnis, erinnerte der Kardinal. Auch in der Deutschen Bischofskonferenz habe er der „Kommission für Erziehung und Schule“ angehört und deren Vorsitz über zehn Jahre innegehabt. Als sein Erbe hinterlasse Müller seinen bischöflichen Wahlspruch „Die Wahrheit in Liebe verkünden“, sagte Wetter. Dies gelte nicht nur für Bischöfe, Priester und Diakone, sondern für alle.

Zu dem Gottesdienst war auch Müllers Nachfolger als Regensburger Bischof, der heutige Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller, gekommen. Unter den Trauergästen waren auch der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke sowie die emeritierten Bischöfe von Würzburg und Passau, Paul-Werner Scheele und Wilhelm Schraml. Im Anschluss an das Requiem wurde Müller in der Bischofsgruft des Doms beigesetzt. Nach Angaben der Pressestelle waren rund 1 300 Gäste zum Gottesdient gekommen.

Der gebürtige Augsburger Manfred Müller wurde 1952 zum Priester geweiht und war zunächst 20 Jahre Religionslehrer. 1972 wurde er in seinem Heimatbistum Weihbischof. Zeitlebens engagierte sich Müller in Deutschland und international für das katholische Schulwesen. In Regensburg trägt seit 2001 eine katholische Grund- und Mittelschule seinen Namen. Für ihre Gründung wendete der Bischof mehr als 100 000 Euro aus seinem Privatvermögen auf.