Schutzpatron der Studierenden

Zum Gedenktag des heiligen Jesuitennovizen Stanislaus Kostka am 13. November. Von Katrin Krips-Schmidt

Schutzpatron der Studierenden

Der heilige Stanislaus Kostka (im Bild eine Plastik von Pierre Legros le Jeune) entstammte einem sehr reichen polnischen Adelsgeschlecht und kam am 28. Oktober 1550 auf Schloss Rostkowo in Masowien auf die Welt. Mit vierzehn ging er, der von seiner Familie wegen seiner unverdorbenen, unschuldigen Wesensart „Engel“ genannt wurde, nach Wien, um am dortigen Jesuitenkolleg zu studieren, obwohl sich seine Angehörigen seinem Wunsch, Ordensmann zu werden, ausdrücklich widersetzten. Sein älterer Bruder Paul, der ein ausschweifendes Leben führte, begleitete ihn. Unter ihm hatte Stanislaus viel zu leiden: Er wurde von ihm verachtet und geschlagen.

Als er ernsthaft erkrankte, erschien ihm die Jungfrau Maria in einer Vision und spendete ihm Trost. Es sei der Wunsch Jesu, so teilte sie ihm mit, dass er in den Jesuitenorden eintrete. Doch das Wiener Haus der Jesuiten nahm ihn ohne die Zustimmung seiner Eltern nicht auf, weil man nicht in Konflikt mit seinem einflussreichen Vater geraten wollte.

Ein portugiesischer Jesuit unterstützte Stanislaus jedoch in seinem Anliegen und gab ihm ein Empfehlungsschreiben für Petrus Canisius – dem damaligen Provinzial für Deutschland – in der Hoffnung mit, dieser könne etwas für den jungen Adligen tun. Eines Nachts ergriff Stanislaus als Bettler verkleidet die Flucht. Total erschöpft von seinem Fußmarsch nach Dillingen an der Donau traf er auf Petrus Canisius. Dieser erkannte den aufrichtigen Willen des jungen Polen, sein Leben ganz Gott zu weihen und so sandte er ihn zum Ordensgeneral der Gesellschaft Jesu, den heiligen Franz von Borja, nach Rom. Im Oktober 1567 wurde Stanislaus eingekleidet. Sein Noviziat begann er im Professenhaus der Jesuiten Il Gesu und setzte es in Sant’Andrea al Quirinale auf dem Quirinal fort. Doch das Noviziat währte nur kurz. Am 9. August wurde er von einem heftigen Fieber befallen. Am 15. August 1568 verstarb er, noch keine achtzehn Jahre alt, in Rom. Sein Grab befindet sich in Sant’Andrea al Quirinale. Benedikt XIII. sprach den Benjamin unter den Heiligen am 31. Dezember 1726 gemeinsam mit Aloisius von Gonzaga heilig.

Der heilige Stanislaus Kostka ist der Schutzpatron Polens und der studierenden Jugend in aller Welt, der Novizen des Jesuitenordens sowie der Städte Warschau, Posen, Lublin, Lemberg und Gnesen. Er wird bei Augenleiden, Fieber und schweren Krankheiten angerufen und gilt als Fürsprecher der Sterbenden.