Salesianer entschuldigen sich für Mitbruder

Streit um Liberalisierung der Pädophilie – Orden geht auf Distanz

Rom (DT/KNA) Der Salesianerorden hat sich entschieden von Aussagen und vom Verhalten eines niederländischen Mitbruders zum Thema Pädophilie distanziert und sich öffentlich entschuldigt. Die Zentrale des Ordens missbillige aufs Schärfste das Verhalten von Pater B.; es werde disziplinarische Maßnahmen geben, heißt es in einer Erklärung vom Montag. Der 73-jährige Ordensmann hatte sich als Mitglied der militanten Vereinigung „Martijn“ geoutet, die eine Liberalisierung und Entkriminalisierung von Pädophilie anstrebt. Die römische Ordenszentrale kritisierte zugleich auch Äußerungen des niederländischen Salesianer-Oberen Herman Spronck. Dieser hatte Verständnis für die Haltung von Pater B. geäußert und „bestimmte Beziehungen als nicht notwendigerweise schädlich“ bezeichnet. Mitglied einer solchen Organisation wie Pater B. zu sein, sei „absolut unvereinbar“ mit den Prinzipien, Werten und Traditionen der Salesianer, heißt es in der von Generalprokurator Francesco Maraccani unterzeichneten Erklärung. Die Kongregation distanziere sich von dem Verhalten eines einzelnen Mitbruders, das viele Menschen verletzt habe. Wörtlich heißt es: „Wir verstehen diesen Schmerz und bieten unsere Entschuldigung im Namen der Salesianer Don Boscos an.“ Der Salesianerorden stehe treu zur pädagogischen Tradition von Don Bosco und zum Lehramt der Kirche. „Der vollständige und totale Respekt gegenüber Kindern, Heranwachsenden und Jugendlichen bleibt für uns eine fundamentale und unverzichtbare Position“, betonte die Ordensleitung.