PAPST FRANZISKUS.

Religionsführer fordern Freilassung von Nonnen

Zwölf Ordensfrauen in Syrien verschleppt – Papst und Patriarchen bitten um Gebet und Hilfe

Papst Franziskus rief zum Gebet für die entführten Ordensfrauen auf. Foto: dpa
Papst Franziskus rief zum Gebet für die entführten Ordensfrauen auf. Foto: dpa

Damaskus/Beirut (DT/KNA) Oberhäupter mehrerer Kirchen fordern die Freilassung von zwölf Ordensfrauen, die am Montag von islamistischen Rebellen im syrischen Maalula verschleppt worden sind. Am Mittwoch verurteilten die maronitischen Bischöfe im Libanon auf ihrer monatlichen Versammlung nahe Beirut die Entführung. Zugleich baten sie die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Mutmaßliche Täter meldeten sich mittlerweile. Wie die libanesische Tageszeitung „Daily Star“ (Freitag) berichtete, forderte ein Sprecher der Rebellengruppe „Freie Kalamun-Brigaden“ im Gegenzug für die Freilassung der zwölf Nonnen die Befreiung von tausend Frauen aus syrischen Gefängnissen. Die Geiseln seien an einem sicheren Ort, wird der Sprecher zitiert.

Papst Franziskus rief bei seiner Generalaudienz am Mittwoch in Rom zum Gebet für die orthodoxen Nonnen auf. Der libanesische Großmufti Mohammad Rashid Qabbani schloss sich den Freilassungsappellen an. Laut der libanesischen Zeitung „Daily Star“ (Onlineausgabe) warnte der sunnitische Geistliche am Mittwoch davor, christliche Gläubige und Stätten anzugreifen. Dies könne „ausländische Mächte“ einen Grund für ein Eingreifen im Nahen Osten liefern. Die Geiselnahme der Nonnen wie auch von zwei im April entführten syrischen Bischöfen widerspreche „Sitten und Lehren des Islam“, so Qabbani.

Bereits am Dienstag hatte der griechisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien, Johannes X. Yazigi, die Freilassung der Ordensfrauen verlangt. In einer Stellungnahme appellierte er an das Gewissen der Entführer. Das Schicksal der Ordensfrauen und mögliche Motive der Entführer sind weiter unklar. Libanesischen Medien zufolge sollen neben den zwölf Nonnen drei weibliche Mitarbeiterinnen des Thekla-Klosters in Maalula gekidnappt worden sein. Ein Sprecher der oppositionellen Freien Syrischen Armee verurteilte Medienberichten zufolge das Vorgehen bestimmter Rebellengruppen in Maalula, machte aber gleichzeitig die syrische Armee für die Eskalation verantwortlich. Der Kampf um Maalula habe keinen religiösen Hintergrund; der Ort sei von strategischer Bedeutung. Widersprüchliche Angaben gab es zu den Waisenkindern, die sich in der Obhut der Ordensfrauen befanden. Nach Aussage von Patriarch Johannes X. Yazigi wurden sie ebenfalls verschleppt.

Hingegen sagte der päpstliche Botschafter in Syrien, Erzbischof Mario Zenari, der Zeitung „Daily Star“, die Kinder seien schon vor längerer Zeit aus Maalula an einen nicht näher bezeichneten Ort in Sicherheit gebracht worden. Das Kloster der heiligen Thekla, aus dem die Frauen verschleppt wurden, war bereits im September in Gefechte zwischen Regierungstruppen und Kämpfern der Al-Kaida-nahen Rebellengruppe Jabhat al-Nusra verwickelt. In den vergangenen Tagen kam es dort erneut zu Kämpfen. Der vatikanische Pressedienst Asianews berichtete, die Frauen seien in die Stadt Yabrud gebracht worden.

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