Portrrät der Woche: Bischof emeritus Konrad Zdarsa

Der emeritierte Augsburger Bischof Konrad Zdarsa zeichnete sich durch seine ruhige, aber bestimmte Art aus. Von Kilian Martin

Bischof emeritus Konrad Zdarsa
Papst Franziskus hatte den Rücktritt Zdarsas am vergangenen Donnerstag angenommen. Foto: KNA
Bischof emeritus Konrad Zdarsa
Papst Franziskus hatte den Rücktritt Zdarsas am vergangenen Donnerstag angenommen. Foto: KNA

Nach seiner Emeritierung zum Ulrichsfest hat sich Augsburgs Bischof Konrad Zdarsa am Wochenende von seinem Bistum verabschiedet. Ganz im Wortsinne: Zdarsa wird seinen Ruhestand in Dresden in seiner sächsischen Heimat verbringen. Von dort war der damalige Bischof von Görlitz vor neun Jahren nach Schwaben gekommen. „Aus den Augen, aus dem Sinn“ wird es in Augsburg so bald trotzdem nicht heißen. Zdarsa sei dort schließlich „genau der richtige Bischof zur richtigen Zeit“ gewesen, wie Diözesanratsvorsitzende Hildegard Schütz zum Abschied lobte. In seiner ruhigen Art habe er es geschafft, eine „aufgewühlte Diözese“ gleichfalls wieder zu beruhigen.

Doch auch wenn die Wogen nach dem unglücklichen Abgang seines Vorgängers Walter Mixa bald geglättet waren, hatte Zdarsa später mit der neuen Raumplanung für das Bistum und der „Weltbild“-Pleite selbst manchen Ärger zu bewältigen. Auch diese Aufregungen wusste Zdarsa zu befrieden.

Marx: "Treuer Verfechter unserer Kirche"

Dazu beigetragen hat nicht zuletzt die zurückhaltende Natur Zdarsas. Sie dürfte bei dem gebürtigen Sachsen mit – vom Vater ererbter – österreichischer Staatsbürgerschaft auch der Erfahrung des DDR-Regimes geschuldet sein. Diese habe Zdarsa „zu einem treuen Verfechter unserer Kirche gemacht“, wie Kardinal Reinhard Marx nun durchaus anerkennend feststellte.

Tatsächlich stand Zdarsa, der erst die Diaspora und später die bayerische Volkskirche erlebte, nie im Verdacht, dem gesellschaftlichen Mainstream zu folgen. Und auch unter den deutschen Bischöfen hat der sonst eher stille Oberhirte seine Überzeugungen stets ruhig, aber bestimmt zu Gehör gebracht. Zuletzt etwa, als er dem Beschluss zum „Synodalen Weg“ ausdrücklich nicht zugestimmt habe, wie er selbst in einem seiner seltenen Interviews betonte. Zuvor gehörte er auch zur Gruppe jener Bischöfe, die den Papst um Klärung in Fragen des Eucharistieempfangs evangelischer Ehepartner gebeten hatten. Auch anderen derzeit diskutierten Reformforderungen steht Zdarsa dezidiert kritisch gegenüber. Dabei hat er in der öffentlichen Debatte stets das Schweigen gesucht – und selbiges auch manchem Amtsbruder empfohlen. Bischof Zdarsa sah seine Aufgabe nie in der Politik, sondern immer im Evangelium und dessen Verkündigung. Als Emeritus wird Zdarsa diesem Anspruch gewiss treu bleiben.

Wie es in Augsburg weitergeht, ist noch offen

Offen ist, wie es in Augsburg weitergeht. Dank des Bayerischen Konkordats kann Papst Franziskus den Schwäbischen Bischofssitz relativ frei besetzen. Es wird eine Richtungsentscheidung: Weiter in der ruhigen Kraft des Evangeliums oder stehen auch in Augsburg die Zeichen bald auf Reform?