Piusbrüder verurteilen Weihe durch Williamson

Menzingen/Rio de Janeiro (DT/KNA) Die traditionalistische Priesterbruderschaft Pius X. verurteilt die am Donnerstag erfolgte illegale Bischofsweihe durch den Holocaust-Leugner Richard Williamson (75). In einer am Donnerstagabend in Menzingen (Schweiz) veröffentlichten Erklärung betont die Gemeinschaft außerdem, dass sowohl Williamson (seit 2012) als auch der von ihm geweihte Jean-Michel Faure (seit 2014) nicht mehr Mitglieder der Bruderschaft seien – und zwar „wegen ihrer massiven Kritik an jeglicher Beziehung mit den römischen Autoritäten“. Die vom Vatikan nicht anerkannten Piusbrüder bedauern, „dass dieser Geist des Widerstandes schlussendlich zu dieser Bischofsweihe führte“. Alle Erklärungen von Williamson und Faure bewiesen „zur Genüge, dass sie, außer auf rein rhetorischer Ebene, die römischen Autoritäten nicht mehr anerkennen“. Williamson hatte nach Angaben von traditionalistischen Internet-Blogs am Donnerstag den Franzosen Jean-Michel Faure (73) zum Bischof geweiht. Die nach katholischem Kirchenrecht unerlaubte, aber dennoch gültige Weihe fand laut dem Blog „Rorate Caeli“ in einem Benediktinerkloster im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro statt. In einem in dem Blog „Non possumus“ publizierten Interview kündigte Faure an, sich in Frankreich niederlassen und in der Nähe der traditionalistischen Dominikanergemeinschaft von Avrille ein Priesterseminar eröffnen zu wollen. Mit einer Bischofsweihe ohne Genehmigung des Papstes zieht sich Williamson nach katholischem Kirchenrecht automatisch die Exkommunikation zu.