Personalien

Fouad Twal (68), Lateinischer Patriarch von Jerusalem, ist von Papst Benedikt XVI. in die Ostkirchen-Kongregation berufen worden. Das teilte der Vatikan am Samstag mit. Demnach ernannte der Papst auch den byzantinischen Erzbischof des slowakischen Presov, Jan Babjak (55), den äthiopischen Erzbischof von Addis Abeba, Berhaneyesus Demerew Souraphiel (60), und den byzantinischen Metropolitan-Erzbischof von Pittsburgh in den Vereinigten Staaten, Basil Myron Schott (69), zu Mitgliedern der vatikanischen Ostkirchen-Behörde.

Bischof John Magee (72), wegen seines Umgangs mit Kindesmissbrauch kritisierter irischer Bischof, hat die Leitung seines Bistums Cloyne abgegeben. Der Vatikan habe seiner Bitte um Ernennung eines Apostolischen Administrators für die Diözese entsprochen, teilte Magee am Samstagabend mit. Erzbischof Dermot Clifford (70) werde ab sofort das Bistum leiten. Magee kündigte zugleich an, er werde der Untersuchungskommission zur Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe alle erdenkliche Hilfe zukommen lassen. Magee stand in der Kritik, nachdem kurz vor Weihnachten eine unabhängige Kinderschutzkommission schwere Vorwürfe erhoben hatte. Geistlichen in der südirischen Diözese Cloyne wurde mangelnde Kooperation vorgeworfen. Dort sollen Informationen über den kirchlichen Missbrauch von Kindern nur in sehr geringem Umfang an die Polizei weitergeleitet worden sein. Die Kinderschutzbehörde hatte die Haltung der Geistlichen in Cloyne als nicht angemessen und teilweise gefährlich bemängelt. Irische Medien zitierten den Primas der katholischen Kirche in Irland, Kardinal Sean Brady, mit den Worten, Magees Schritt sei ein Zeichen dafür, wie wichtig die Kirche den Schutz von Kindern und den Beistand für Missbrauchsopfer nehme.

Sandro De Franciscis (53), Präsident der süditalienischen Provinz Caserta, gibt sein politisches Amt für einen Dienst als Arzt in Lourdes auf. Es handle sich um eine ungewöhnliche, aber freie Entscheidung, die nichts mit Politik zu tun habe, sagte De Franciscis am Freitag im italienischen Rundfunk. Der gelernte Facharzt für Kinderheilkunde und Harvard-Absolvent leitet künftig in dem Pyrenäen-Wallfahrtsort als erster Nicht-Franzose das Medizinische Büro, in dem spontane Heilungen bei Pilgern auf einen möglichen Wundercharakter untersucht werden. De Franciscis, Mitglied der „Demokratischen Partei“, war 2005 an die Spitze einer Mitte-Links-Regierung gewählt worden. Er verlässt seinen Posten ein Jahr vor Ablauf des Mandats. Nach der Entscheidung zum Wechsel entschuldigte sich De Franciscis bei der Bevölkerung von Caserta: Die Berufung zum medizinischen Gutachter durch Bischof von Lourdes, Jacques Perrier, habe ihn „als Gläubigen und vor allem als Arzt“ angesprochen.