Personalien

Kardinal Michael Michai Kitbunchu, Erzbischof von Bangkok, wird am Sonntag 80 Jahre alt. Der erste thailändische Kardinal leitet die Hauptstadt-Diözese seit 1973. Von 2000 bis 2006 war er auch Vorsitzender der nationalen Bischofskonferenz. Unter seiner Leitung bekundeten Thailands Bischöfe im September 2006 Verständnis für die unblutige Machtübernahme der Generäle in Thailand, forderten allerdings von den Putschisten eine rasche Rückkehr zur Demokratie. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung und auch König Bhumibol Adulyadej billigten damals das Eingreifen der Armee. Mit Erreichen der Altersgrenze scheidet Kitbunchu nun aus dem Kreis der Papstwähler aus. Damit sind von den derzeit 189 Kardinälen noch 115 jünger als 80 Jahre und damit stimmberechtigt. Geboren am 25. Januar 1929 in Samphran, wurde Kitbunchu 1959 zum Priester geweiht. 1983 erhielt er die Kardinalswürde. Als Erzbischof legte Kitbunchu einen besonderen Akzent auf die Förderung des Priesternachwuchses in seiner Diözese. Im Großraum Bangkok mit seinen zwölf Millionen Einwohnern zählt die katholische Kirche nach Vatikan-Angaben 86 000 Mitglieder.

Stephanos II. Ghattas, ägyptischer Kardinal und früherer Patriarch ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 89 Jahren in Kairo, wie Radio Vatikan meldet. Bis zu seinem Amtsverzicht 2006 war Ghattas Oberhaupt der mit Rom verbundenen koptisch-katholischen Kirche. Johannes Paul II. erhob ihn 2001 zum Kardinal. Mit Ghattas' Tod zählt das Kardinalskollegium noch 189 Mitglieder. Mit dem bürgerlichen Namen Andraos Ghattas wurde der spätere Patriarch am 16. Januar 1920 nahe dem mittelägyptischen Tahta geboren. Seine Schulausbildung absolvierte er in einem Jesuitenkolleg; anschließend studierte er Philosophie und Theologie in Rom. Dort wurde er 1944 zum Priester geweiht. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Professor für Philosophie und Dogmatik trat Ghattas 1952 in den Lazaristenorden ein; das Noviziat verbrachte er in Paris. Danach wirkte er als Ordensgeistlicher sechs Jahre im Libanon, bevor er Oberer der Lazaristen im ägyptischen Alexandrien wurde. 1984 wurde Ghattas zum Apostolischen Administrator für den kranken Patriarchen Stephanos I. Sidarous ernannt. Nach dessen Amtsverzicht wählte die koptisch-katholische Synode 1986 Ghattas zum Nachfolger. Unter anderem war er auch Präsident der koptisch-katholischen Synode und Vorsitzender des Rates katholischer Kirchenführer in Ägypten. Im März 2006 nahm die Synode seinen altersbedingten Rücktritt von Patriarchenamt an.

Kurienerzbischof Jean Jadot, früherer Präsident des Sekretariats für die Nichtchristen, ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Das teilte die Belgische Bischofskonferenz am Mittwochabend mit. Deren Vorsitzender, Kardinal Godfried Danneels, würdigte Jadot als großen Diplomaten des Vatikan. Er habe sich besonders um die Wiederaufnahme voller diplomatischer Beziehungen Roms zu den Vereinigten Staaten vor 25 Jahren verdient gemacht. Von 1973 bis 1980 war Jadot als Apostolischer Delegat der erste nicht-italienische Vatikan-Vertreter in Washington. Er sei in dem Moment gestorben, „da die Augen der ganzen Welt auf dem Weißen Haus liegen“, so Danneels. Der vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) geprägte Kirchenmann genoss hohe Popularität bei den progressiv denkenden nordamerikanischen Katholiken. Die von ihm ernannten Bischöfe trugen den Spitznamen „Jadot boys“. Jadot wurde am 23. November 1909 in Brüssel geboren. Sein Theologiestudium an der Katholischen Universität Löwen schloss der Spross einer bekannten belgischen Adelsfamilie mit 21 Jahren ab. Anfang der 1950er Jahre ging er als Militärpfarrer nach Belgisch-Kongo. Ab 1960 leitete er das päpstliche Missionswerk in Belgien. 1968 trat er in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls. Als Vatikan-Diplomat diente er in Laos, Singapur und Malaysia, dann in Thailand. Nach seinem Dienst in Gabun und Kamerun kam er in die Vereinigten Staaten. 1980 berief ihn Papst Johannes Paul II. zum Präsidenten des Sekretariats für die Nichtchristen. Mit Erreichen des Ruhestandsalters von 75 Jahren schied er 1984 aus dem Amt.

Mar Ephrem Joseph Younan (64), bislang Bischof der syrisch-katholischen Christen in den USA und Kanada, ist zum neuen Patriarchen der mit Rom verbundenen Ostkirche gewählt worden. Er habe den Namen Mar Ignatius Joseph III. Younan angenommen, meldet der kirchliche Pressedienst SIR am Donnerstag. Die syrisch-katholischen Bischöfe sind derzeit in Rom zur Synode versammelt. Ignatius Joseph III. Younan ist Nachfolger von Mar Ignace Pierre VIII. Abdel-Ahad, der sein Amt aus Altersgründen niedergelegt hatte. Die offizielle Amtseinführung des neuen Patriarchen soll Mitte Februar am Amtssitz in Beirut erfolgen. Younan wurde am 15. November 1944 in Hassakeh in Syrien geboren. Nach seiner Priesterweihe 1971 war er zunächst in der Seelsorge seiner Heimat tätig. 1986 wurde er mit dem Aufbau einer syrisch-katholischen Gemeinde im Großraum New York/New Jersey beauftragt. Zwei Jahre später berief ihn die vatikanische Ostkirchen-Kongregation offiziell zum Koordinator der syrisch-katholischen Geistlichen in den USA und Kanada. 1995 machte ihn Papst Johannes Paul II. zum ersten Bischof der neu gegründeten Eparchie (Diözese) „Unsere Frau von der Erlösung“ in Newark mit nach eigenen Angaben etwa 13 500 Mitgliedern.