Personalien

George Pell (67), australischer Kardinal und kürzlich Gastgeber des Papstes beim Weltjugendtag in Sydney, ist einer der drei Präsidenten der bevorstehenden Weltbischofssynode. Benedikt XVI. nominierte ihn am Dienstag anstelle des indischen Kardinals Oswald Gracias von Bombay. Gracias sei verhindert, teilte das vatikanische Presseamt ohne nähere Angaben mit. Beobachter vermuten einen Zusammenhang mit den jüngsten Übergriffen auf Christen im Bundesstaat Orissa. Diese ließen dem indischen Kirchenführer einen längeren Aufenthalt im Ausland ungeeignet erscheinen. Die beiden anderen delegierten Präsidenten des Weltbischofstreffens sind der amerikanische Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal William Joseph Levada, und Kardinal Odilo Scherer von Sao Paulo. Die Synode findet vom 5. bis 26. Oktober im Vatikan statt und steht unter dem Motto: „Bibel – das Wort Gottes im Leben der Kirche“. Generalrelator und damit für die thematischen Vor- und Zwischenberichte zuständig ist der kanadische Kardinal Marc Ouellet von Quebec. Sondersekretär und somit Koordinator des beratenden Expertengremiums ist der Erzbischof von Kinshasa, Laurent Monsengwo Pasinya. Er wurde anstelle des Mitte August verstorbenen Südtiroler Bischofs Wilhelm Egger von Bozen-Brixen berufen.

Bischof Giuseppe Betori (61), bislang Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz, wird neuer Erzbischof von Florenz. Der Vatikan gab die Ernennung durch Papst Benedikt XVI. am Montag bekannt. Der aus Foligno in Umbrien stammende Bibeltheologe tritt in der Toskana die Nachfolge von Kardinal Ennio Antonelli (71) an, der im Juni zum vatikanischen Familienminister berufen wurde. Auch Antonelli war zuvor lange Jahre Generalsekretär der Bischofskonferenz. Betori, am 25. Februar 1947 in Foligno geboren, studierte an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und promovierte am Päpstlichen Bibelinstitut. Zeitweise lehrte er Biblische Anthropologie und Exegese in Assisi. Nacheinander bekleidete er verschiedene Funktionen bei der nationalen Bischofskonferenz. Betori, der als geschickter Vermittler gilt, trat in den jüngeren Debatten um das Staat-Kirche-Verhältnis in Italien und um ethische Fragen mit prononciert katholischen Positionen auf.

Martin Krebs (51), deutscher Vatikan-Diplomat und Priester des Bistums Essen, ist zum neuen Nuntius in Guinea und Mali ernannt und in den Rang eines Erzbischofs erhoben worden. Das wurde am Montag zeitgleich in Rom und Essen bekannt gegeben. Als Titularbistum erhielt er von Papst Benedikt XVI. den aufgelassenen Kirchensitz von Taborenta im heutigen Mauretanien, den früher der Mainzer Weihbischof Wolfgang Rolly innehatte. Bislang war Krebs als Nuntiaturrat in Washington tätig. Bischof Felix Genn gratulierte dem ernannten Nuntius bei einem Empfang im Bischofshaus und wünschte ihm für sein „verantwortungsvolles Amt“ alles Gute und Gottes Segen. „Wir alle im Bistum Essen freuen uns sehr, dass der Heilige Vater einen Priester unserer Diözese mit diesem hohen Amt betraut.“ Der Bischof kündigte an, dass die Weihe von Prälat Martin Krebs zum Bischof voraussichtlich im Essener Dom stattfinden werde. Krebs wurde am 2. November 1956 in Essen geboren. Er studierte Theologie und Philosophie in Bochum und Rom, wurde 1983 zum Priester geweiht und promovierte in Kirchenrecht. Zwischen 1984 und 1987 war er Kaplan in Duisburg. 1991 trat er in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls. Nach der Ausbildung an der „Accademia Ecclesiastica“ war er an den Papst-Botschaften in Burundi, Japan, Österreich, der Tschechischen Republik und dann bei der Europäischen Union tätig. Seit 2006 arbeitete er an der Nuntiatur in den Vereinigten Staaten. 1992 erhielt Krebs den Titel eines Monsignore. 2001 wurde er päpstlicher Ehrenprälat.

Ludger Schepers (55), künftiger Essener Weihbischof, ist von Bischof Felix Genn zum Residierenden Domkapitular ernannt worden. Schepers nimmt den Platz des emeritierten Weihbischofs Franz Grave im Domkapitel ein, wie das Bistum am Freitag mitteilte. Die Priester des Domkapitels unterstützen den Bischof in der Leitung und Verwaltung des Bistums. Schepers wird am 19. September im Essener Dom zum Bischof geweiht. Der Gottesdienst beginnt um 15.30 Uhr.

Schwester Gertrud Pesch (50), Küchenleiterin und seit zehn Jahren Priorin der Zisterzienserinnenabtei Oberschönenfeld, ist deren neue Äbtissin. Der Konvent wählte sie am Dienstag zur Nachfolgerin von Ancilla Betting (69), die das Amt gemäß der Satzung aus Altersgründen niederlegte. Die in Trier geborene Pesch trat 1984 in das Kloster ein und legte 1986 ihre zeitliche Profess ab. Die 40. Äbtissin von Oberschönenfeld ist auch in der geistlichen Begleitung ausgebildet und tätig. Der Gemeinschaft gehören 22 Schwestern an.

Paulin Link (59), katholische Ordensschwester, ist als Generaloberin der Franziskanerinnen im Kloster Reute bestätigt worden. Sie steht damit für sechs weitere Jahre an der Spitze der Ordensgemeinschaft, der derzeit rund 400 Ordensfrauen angehören. Als neue Generalvikarin wurde Schwester Sonja Maria Hipp (48) gewählt. Bischof Gebhard Fürst bestätigte die Wahl am Dienstag, wie das Bistum Rottenburg-Stuttgart mitteilte. Seit 1869 besteht die Franziskanerinnengemeinschaft im oberschwäbischen Bad Waldsee.