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Kardinal Franciszek Macharski (Foto: dpa) ist tot. Der ehemalige Krakauer Erzbischof starb nach Angaben der Polnischen Bischofskonferenz am Dienstag im Alter von 89 Jahren. Macharski war nach der Papstwahl Johannes Pauls II. dessen Nachfolger als Erzbischof von Krakau und amtierte von 1979 bis 2005. Er gehörte zu den herausragenden Gestalten der polnischen Kirche.

Staatspräsident Andrzej Duda würdigte Macharski in einer ersten Stellungnahme bei Twitter als „großen Polen“ und „außerordentliches Mitglied der Kirche“. Sein Tod sei ein „riesiger Verlust“. Papst Franziskus hatte bei seinem jüngsten Polenbesuch anlässlich des Weltjugendtags in Krakau eigens sein Programm geändert und den schwerkranken Kardinal am vergangenen Donnerstag besucht.

Macharski war nach einem Sturz seit Mitte Juni in einem Krakauer Krankenhaus behandelt worden. Der zurückhaltende Kardinal galt als Mann der Aussöhnung und Vermittlung. Besonders förderte er den Dialog der katholischen Kirche mit dem Judentum und die Beziehungen zwischen Polen und Deutschen. Dafür erhielt er vor drei Jahren das „Großkreuz des Ordens der Wiedergeburt Polens“, die zweithöchste Auszeichnung des Landes.

Während des politischen Umbruchs in den 1980er Jahren leitete er als Ko-Vorsitzender die Gemeinsame Kommission der kommunistischen Regierung und der Polnischen Bischofskonferenz. Nach der politischen Wende von 1989 trat er für eine Öffnung der polnischen Kirche zum Westen ein. Zur Erzdiözese gehörte bis 1992 auch das Gebiet des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Macharski war 1987 Mitunterzeichner einer jüdisch-katholischen Vereinbarung, nach der das umstrittene Karmel-Kloster an der Außenmauer des Lagers verlegt werden musste.

In dem folgenden mehrjährigen Konflikt bemühte er sich, zwischen den Fronten zu vermitteln und den katholisch-jüdischen Dialog nicht abreißen zu lassen. Im Jahr 2000 erhielt Macharski das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland; 2007 den Orden der französischen Ehrenlegion. Macharski wurde am 20. Mai 1927 in Krakau geboren und 1950 zum Priester geweiht. 1960 erwarb er in Freiburg/Schweiz im Fach Pastoraltheologie einen Doktortitel. Nicht zuletzt wegen dieses Studiums sprach er sehr gut Deutsch. Später leitete er das Krakauer Priesterseminar. Nachdem Karol Wojtyla im Oktober 1978 zum Papst gewählt wurde, machte dieser Macharski, der vier Jahre lang sein Privatsekretär war, zu seinem Nachfolger in Krakau. Im Juni 1979 erfolgte die Berufung ins Kardinalskollegium.

Schwester Dorothea Flandera (Foto: Abtei), bisherige Priorin von Sankt Hildegard in Rüdesheim-Eibingen, ist die neue Äbtissin der Benediktinerinnenabtei. Die Ordensfrauen wählten die 63-Jährige am Dienstag zur 40. Nachfolgerin der heiligen Hildegard, wie das Kloster mitteilte. Flandera war seit 2004 Priorin und Stellvertreterin der kurz vor ihrem Tod am 2. Juli zurückgetretenen Äbtissin Clementia Killewald. Schwester Dorothea trat 1979 in die Abtei ein. Als gelernte Diplom-Mathematikerin leitete sie seit vielen Jahren die klostereigene Restaurierungswerkstatt für kirchliche Archivalien. Im Amt der Äbtissin steht sie in der Tradition der mittelalterlichen Universalgelehrten Hildegard von Bingen (1098–1179).