Personalien

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Havannas Kardinal Jaime Ortega gibt die Leitung seines Erzbistums aus Altersgründen ab. Papst Franziskus nahm den Amtsverzicht des 79-Jährigen am Dienstag an. Zum Nachfolger ernannte er laut einer Mitteilung des Vatikan den bisherigen Erzbischof von Camagüey, Juan de la Caridad Garcia Rodriguez (67). Ortega stand der Ortskirche von Havanna fast 35 Jahre lang vor. Als Erzbischof der kubanischen Hauptstadt war er eine wichtige Figur im politischen Reformprozess und gleichermaßen Ansprechpartner für die Regierung wie für oppositionelle Kreise. 1978 von Johannes Paul II. zum Bischof von Pinar del Rio ernannt, wechselte Ortega 1981 nach Havanna. Dreimal wählten die kubanischen Bischöfe ihn zum Vorsitzenden ihrer Konferenz. Im November 1994 wurde Ortega ins Kardinalskollegium berufen. Sein Recht auf die Teilnahme an einem Konklave verliert er mit Vollendung des 80. Lebensjahres am 18. Oktober. Ortega ist der derzeit einzige kubanische Kardinal.

Adolfo Nicolas Pachon, (Foto: IN) Generaloberer des Jesuitenordens, wird am Freitag 80 Jahre alt. Der Spanier steht seit 2008 an der Spitze des größten Männerordens der katholischen Kirche. Im Mai 2014 kündigte er seinen Amtsverzicht für Ende 2016 an. Nicolas trat 1953 bei den Jesuiten ein und verwirklichte den Jugendtraum des heutigen Papstes, Franziskus: Nach seinem Noviziat im spanischen Toledo ging Nicolas als Missionar nach Japan. Dort wurde er 1967 in Tokio zum Priester geweiht. Von 1968 bis 1971 kehrte er für seine theologische Doktorarbeit zurück nach Europa an die Universität Gregoriana in Rom. Anschließend erhielt er eine Professur für Systematische Theologie in Tokio. Von 1978 bis 1984 war Nicolas Direktor des Pastoralinstituts von Manila, von 1993 bis 1999 leitete er die japanische Provinz seines Ordens. Seit 2004 war er Moderator der „Jesuit Conference of East Asia and Oceania“. Im Januar 2008 wurde er in Rom zum 29. Nachfolger des Ordensgründers Ignatius von Loyola (1491–1556) gewählt. Mit Papst Franziskus ist derzeit erstmals in der Kirchengeschichte ein Jesuit Papst. Franziskus schätzt Nicolas offenbar; beide treffen sich regelmäßig. Zum engsten Beraterkreis des Papstes gehört der Generalobere allerdings nicht. Nicolas gilt als unkomplizierte und ruhige Persönlichkeit „ohne Allüren“. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger nehme er in der römischen Ordenszentrale die Mahlzeiten mit seinem Mitbrüdern gemeinsam ein. Das sei für einen Generaloberen der Jesuiten keineswegs selbstverständlich, ist aus dem Orden zu hören. Nicolas' Amtszeit war vor allem durch die Neustrukturierung des Ordens geprägt. Vor dem Hintergrund der rückläufigen Mitgliederzahl legte er Ordensprovinzen zusammen. Nicolas habe das „relativ geräuschlos“ erledigt, heißt es aus dem Orden. Mit Blick auf sein Alter strebe er an, die Leitung des größten Männerordens der katholischen Kirche in andere Hände abzugeben, teilte Nicolas bereits im Mai 2014 in einem Brief an die rund 16 500 Jesuiten weltweit mit. Diese Entscheidung sei mit dem Papst abgesprochen.