Personalien

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Papst Franziskus hat das Präsidium der Bischofssynode bestätigt und zusätzlich den südafrikanischen Kardinal Wilfrid Fox Napier (73) in das Gremium berufen. Das gab der Vatikan am Freitag bekannt. Neben dem Erzbischof von Durban werden die Kardinäle Andre Vingt-Trois (72, Paris), Luis Antonio Tagle (57, Manila) und Raymundo Damasceno Assis (77, Aparecida) die Debatten der Ordentlichen Bischofssynode über Ehe und Familie im Oktober 2015 leiten. Die drei hatten abwechselnd bereits die Außerordentliche Synode im vergangenen Oktober moderiert. Napier gilt als energischer Verfechter der katholischen Sexualethik. Vehement setzt er sich für natürliche Familienplanung ein und beklagt einen moralischen Verfall in traditionellen afrikanischen Gesellschaften durch westliche Pornografie. In der Frage einer größeren Öffnung der Kirche für Homosexuelle warnte Napier während der vergangenen Synode vor „unrealistischen Erwartungen“. Außer dem Präsidium bestätigte Franziskus den Budapester Kardinal Peter Erdö (62) als Generalrelator der Synode. Damit leitet Erdö im kommenden Oktober die Abfassung des Schlussdokuments. Als Sondersekretär berief der Papst abermals den Erzbischof von Chieti-Vasto und renommierten Theologen Bruno Forte (65). Die 14. Ordentliche Bischofssynode vom 4. bis 25. Oktober 2015 widmet sich dem Thema „Berufung und Mission der Familie in der Kirche und in der Welt von heute“.

Der afrikanische Kardinal Robert Sarah ist neuer Präfekt der vatikanischen Gottesdienstkongregation. Die Ernennung durch Papst Franziskus gab der Vatikan am Montag bekannt. Sarah war bislang Präsident des Päpstlichen Rates „Cor Unum“ und leitete damit die humanitäre Arbeit des Heiligen Stuhls. Als Präfekt der Gottesdienstkongregation ist der 69-Jährige künftig für alle Fragen rund um die Liturgie und die Sakramente zuständig. Franziskus hatte den vorherigen Präfekten, Kardinal Antonio Canizares Llovera, Ende August zum Erzbischof im spanischen Valencia ernannt. Danach kursierten zunächst Spekulationen, der frühere Zeremonienmeister Piero Marini könnte Lloveras Nachfolger werden. Sarah, 1945 im westafrikanischen Guinea geboren, wurde 1969 zum Priester geweiht. Er studierte an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und am Päpstlichen Bibelinstitut in Jerusalem. Mit erst 34 Jahren wurde der promovierte Bibelwissenschaftler 1979 von Papst Johannes Paul II. (1978–2005) zum Erzbischof von Conakry ernannt. 2001 holte ihn der Papst an die Kurie und betraute ihn mit dem Amt des Sekretärs der Kongregation für die Evangelisierung der Völker. Neun Jahre später berief ihn Papst Benedikt XVI. (2005-2013) zum Präsidenten von „Cor Unum“.

Der langjährige Präsident des Päpstlichen Gesundheitsrats, Kardinal Fiorenzo Angelini, ist tot. Er starb in der Nacht zu Samstag mit 98 Jahren in seiner Geburtsstadt Rom, wie der Vatikan bekanntgab. Im Kardinalskollegium war Angelini der zweitälteste Purpurträger. Papst Franziskus würdigte ihn als unermüdlichen Diener der Kirche und großherzigen Hirten. In einem Telegramm, das der Vatikan am Sonntag veröffentlichte, sprach er der Familie des Italieners sein Beileid aus. 1940 zum Priester geweiht, wirkte er zunächst bei der Katholischen Aktion Italien; von 1947 bis 1954 war er Zeremonienmeister von Papst Pius XII. (1939–1958). 1956 wurde er Bischof und Verantwortlicher für die Krankenhausseelsorge in Rom. 1985 erhob ihn Papst Johannes Paul II. (1978–2005) zum Erzbischof und Leiter einer Päpstlichen Gesundheitskommission, die einige Jahre später zum Päpstlichen Rat erhoben wurde. Als oberster Krankenseelsorger des Vatikans organisierte Angelini, der 1991 auch Kardinal wurde, viele wichtige Konferenzen, so 1989 zum ersten Mal eine internationale Konferenz im Vatikan zum Thema Aids. Er verfasste mehr als 400 Veröffentlichungen zum Thema Gesundheit und Medizinethik. 1996 ging er in den Ruhestand.

Der neue katholische Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr hat seine ersten Personalentscheidungen bekannt gegeben. Am Samstag ernannte er bei seiner Amtseinführung im Erfurter Dom Raimund Beck (52) zu seinem Generalvikar. Beck hatte das Amt des persönlichen Stellvertreters des Bischofs und „Verwaltungschefs“ bereits seit 2010 unter Neymeyrs Vorgänger Bischof Joachim Wanke inne. Er stammt aus Dingelstädt im katholisch geprägten Eichsfeld. Zudem ernannte Neymeyr Suitbert Schellenberg (70) zum Offizial. Als solcher leitet er künftig die Gerichtsbehörde im Bistum Erfurt. Schellenberg war bislang Pfarrer in Bad Blankenburg und bereits seit 1989 Vize-Offizial. Er stammt aus dem südthüringischen Sonneberg.

Der Leipziger Propst Lothar Vierhock (58) übernimmt die Leitung der deutsche katholischen Auslandsgemeinde in Hongkong. Er wird am 28. Februar in Anwesenheit von Kardinal John Tong Hon in sein neues Amt eingeführt, wie das Bistum Dresden-Meißen am Montag mitteilte. Die feierliche Verabschiedung Vierhocks findet am 5. Januar im Beisein von Bischof Heiner Koch in der Propsteigemeinde Sankt Trinitatis statt. Pfarrer Gregor Giele übernimmt ab 2015 als Pfarradministrator kommissarisch die Leitung der Gemeinde. Vierhock leitete die vergangenen 16 Jahre mit Sankt Trinitatis die größte Pfarrgemeinde des Bistums. Als Propst und Dekan repräsentierte er die katholische Kirche gegenüber der Stadt Leipzig. In seine Amtszeit fiel der Startschuss für die neue Propsteikirche. Der größte Kirchenneubau Ostdeutschlands seit der Wiedervereinigung soll im Mai geweiht werden.

Der Generalvikar der Diözese Würzburg, Karl Hillenbrand, (Foto: KNA) ist in der Nacht von Freitag auf Samstag im Alter von 64 Jahren völlig überraschend gestorben. Das teilte die Bischöfliche Pressestelle am Samstag mit. Der Geistliche leitete seit 1996 das Bischöfliche Ordinariat und war mit über 18 Amtsjahren der dienstälteste Generalvikar Deutschlands. Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann zeigte sich tief betroffen. „Er hinterlässt mit seinem Tod eine unauffüllbare Lücke.“ Hillenbrand habe sich unermüdlich für die Belange des Bistums eingesetzt. „Er sprudelte vor Ideen und innovativen Vorschlägen und setzte diese in der für ihn typischen Weise konstruktiv und im Dialog mit den Beteiligten um.“ Der Generalvikar habe ihm in den bisherigen zehn Jahren seiner Amtszeit als Bischof „aufopferungsvoll und stets zuverlässig zur Seite gestanden“. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, drückte sein Mitgefühl aus. Die Bischofskonferenz sei Hillenbrand zu großem Dank verpflichtet, besonders für seinen Einsatz in den Gremien des Verbandes der Diözesen Deutschlands. Er sei ein „treuer Priester“, „versierter Seelsorger“, und „guter Ratgeber“ gewesen. „Wir werden ihn sehr vermissen“, so Marx. Der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, schrieb, Hillenbrand sei in Bamberg „bekannt, geachtet und geschätzt“ gewesen. Der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt würdigte Hillenbrand als „Freund des Ostens“. „Er gehörte zu denen, die nach der Wiedervereinigung Deutschlands in den ostdeutschen Bistümern hilfreich präsent waren“, schrieb Ipolt in einem am Montag in Görlitz veröffentlichten Kondolenzschreiben. „Er hat uns Ostdeutschen geholfen, den damaligen Umbruch zu bestehen – und das ohne Besserwisserei.“ Als einen „schweren Verlust für die katholische Kirche, besonders auch für das Laienapostolat“ bezeichnete der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Albert Schmid, den Tod des langjährigen Würzburger Generalvikars Karl Hillenbrand. Hillenbrand sei „nicht nur auf diözesaner Ebene, sondern auch auf bayerischer Ebene ein wichtiger, sehr offener und fairer Gesprächspartner“ gewesen. Am Wirken Hillenbrands sei deutlich, „wie wenig hilfreich die Übernahme von politischen Unterscheidungskriterien (progressiv gegenüber konservativ) für den innerkirchlichen Dialog“ sei, erklärte Schmid. Er selbst verliere mit dem Tod Hillenbrands einen „langjährigen Freund und stets kompetenten Berater“. Der 1950 in Ochsenfurt geborene Hillenbrand studierte Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom sowie in Freiburg im Breisgau. Der Kölner Kardinal Josef Höffner weihte ihn 1976 in der Kirche Sant'Ignazio in Rom zum Priester. Danach setzte Hillenbrand sein Studium in Rom fort und promovierte 1982 zum Doktor der Theologie. Nach Jahren in der Seelsorge folgte 1983 seine Ernennung zum Regens des Priesterseminars in Würzburg. Ab 1984 war Hillenbrand dann auch als Sprecher der Bayerischen Regentenkonferenz tätig, zum Vorsitzenden der deutschsprachigen Regentenkonferenz wurde er 1992 gewählt. Bischof Paul-Werner Scheele ernannte Hillenbrand 1996 zum Generalvikar der Diözese Würzburg. Zusätzlich übernahm der Priester die Aufgabe als Rektor der Würzburger Marienkapelle. Von 1997 bis 2004 war er auch Medienreferent der Diözese. 1999 folgte die Ernennung zum Domkapitular, 2000 jene zum Päpstlichen Ehrenprälaten. Als Kuratoriumsvorsitzender der von Bischof Scheele errichteten Bischöflichen Stiftung „Miteinander für das Leben“ setzte sich Hillenbrand bis zuletzt für in Not geratene Frauen und deren Kinder ein. In der Zeit der Vakanz des Bischöflichen Stuhls von Würzburg war er von Juli 2003 bis September 2004 Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators. Bischof Friedhelm Hofmann ernannte ihn am Tag seines Amtsantritts am 19. September 2004 wieder zum Generalvikar der Diözese Würzburg. Hillenbrands kirchliches Engagement reichte weit über die Grenzen der Diözese hinaus. Bekannt war er unter anderem auch als Rundfunk-, Fasten- und Festprediger sowie als Referent bei theologischen Tagungen und Fortbildungen. Außerdem verfasste er theologischer Bücher und Aufsätze. Weltkirchlich wurde Hillenbrand als Experte bei der Bischofssynode zur „Priesterausbildung heute“ im Jahr 1990 und bei der Europasynode im Jahr 1999 berufen. Seit 2002 gehörte Hillenbrand dem Verbandsausschuss des Verbands der Diözesen Deutschlands (VDD) an und war seit 2004 dessen stellvertretender Vorsitzender. Außerdem war er seit 2002 Mitglied in der neu errichteten „Koordinierungskommission Medien“ im VDD. Diese will die bundesweiten Aktivitäten insbesondere der kirchlichen Medienunternehmen koordinieren und abstimmen. Für sein Engagement erhielt Hillenbrand unter anderem das Bundesverdienstkreuz.

Zwei Bibelwissenschaftler aus Frankreich und Polen haben am Samstag im Vatikan den diesjährigen Ratzinger-Preis für herausragende theologische Leistungen entgegengenommen. Ausgezeichnet wurden die französische Theologieprofessorin Anne-Marie Pelletier und der polnische Priester und Zeitschriftenherausgeber Waldemar Chrostowski. Der Preis wurde zum vierten Mal vergeben. Wegen zu zahlreicher Verpflichtungen konnte ihn Papst Franziskus nicht persönlich übergeben und überließ dies dem Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, hieß es aus dem Vatikan. Theologie sei die Erforschung und die Erkenntnis einer tieferen Intelligenz hinter dem Wort Gottes, sagte der Kardinal mit Verweis auf Franziskus' erste Enzyklika „Lumen fidei“. Die theologische Arbeit gleiche einem „ewigen Dialog“ in Gemeinschaft mit Gott. Pelletier, Jahrgang 1946, lehrt Bibelwissenschaft und biblische Hermeneutik an der Notre-Dame-Fakultät des Seminars von Paris. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher und Beiträge in Fachzeitschriften, darunter auch zur Rolle der Frau im Christentum und in der Kirche. Sie ist die erste Frau, die den Preis erhält. An der Weltbischofssynode 2001 über das Bischofsamt nahm sie als theologische Expertin teil. Der 63-jährige Chrostowski, Priester der Erzdiözese Warschau, ist ebenfalls Bibelwissenschaftler und stark im katholisch-jüdischen Dialog engagiert. Seit 1987 lehrt er an der Theologischen Fakultät in Warschau, der heutigen Kardinal-Stefan-Wyszynski-Universität. Er leitet die polnische Zeitschrift „Collectanea Theologica“ und gehört dem wissenschaftlichen Beirat mehrerer anderer Fachzeitschriften an. Er war Auditor der Bischofssynode 2008 über die Rolle der Bibel in der Kirche. Zudem ist Chrostowski Berater der Glaubenskommission der Polnischen Bischofskonferenz. Der Ratzinger-Preis wird seit 2011 von der vatikanischen Stiftung „Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.“ verliehen. Er ist mit 50 000 Euro dotiert.