Personalien

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller (65), Präfekt der Glaubenskongregation, ist jetzt auch Mitglied der Erzbruderschaft beim „Campo Santo Teutonico“ in Rom. Während eines Gottesdienstes in der kleinen Kirche im Schatten des Petersdoms wurde Müller am Sonntag gemeinsam mit dem aus Straßburg stammenden Vatikan-Diplomaten Jean-Marie Speich und dem österreichischen Fürsten Mariano Hugo zu Windisch-Graetz aufgenommen. Die Ursprünge der heutigen Vereinigung liegen in einer 1454 gegründeten „Bruderschaft der christgläubigen Seelen und armen Christen“. Zu den Privilegien der Mitglieder gehört, sich auf dem Friedhof innerhalb der vatikanischen Grenzen bestatten lassen zu können. Rektor der Erzbruderschaft, der heute gut hundert in Rom lebende Katholiken aus dem deutschen Sprachraum angehören, ist der Freiburger Priester Hans-Peter Fischer.

Urban Federer (45), bislang Dekan und Generalvikar des Benediktinerabtei Maria Einsiedeln, ist von Papst Franziskus zum neuen Abt des Schweizer Klosters ernannt worden. Das teilte der Vatikan am Dienstag mit. Federer wird Nachfolger von Martin Werlen (51), der nach seiner auf zwölf Jahre beschränkten Amtszeit die Leitung abgab. Der Papst bestätigte mit der Ernennung die Wahl der 55 Mönche von Maria Einsiedeln im November. Der Abt von Einsiedeln ist Mitglied der Schweizer Bischofskonferenz. Der am 17. August 1968 in Zürich-Fluntern geborene Federer war 1988 als Novize in das Kloster eingetreten und legte vier Jahre später seine Ewigen Gelübde ab. 1994 erhielt er die Priesterweihe. Federer studierte zunächst Theologie und Philosophie am Theologischen Institut seiner Abtei, anschließend erwarb er in Fribourg das Lizenziat in deutscher Literatur und Geschichte. 2007 schloss er eine Promotion in mittelalterlicher Germanistik mit dem Doktortitel ab. Seit 2007 wirkte Federer als Lehrer für Religion, Deutsch und Geschichte am Gymnasium des Klosters Einsiedeln. Das 934 gegründete Kloster Maria Einsiedeln ist eine der letzten sogenannten Territorialabteien. Die Äbte dieser unmittelbar dem Heiligen Stuhl unterstehenden Klöster erfüllen Aufgaben eines Diözesanbischofs für die umliegenden Gemeinden und werden daher vom Papst ernannt. Ihr Abt ist Mitglied der jeweiligen nationalen Bischofskonferenz. Weltweit gibt es nur noch etwa ein Dutzend Territorialabteien. Im deutsprachigen Raum sind dies außer Maria Einsiedeln die Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau in Österreich und das Augustiner-Chorherrenstift Saint Maurice in der Schweiz.