Personalien

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Papst Benedikt XVI. hat den Trierer Bischof Stephan Ackermann (49) zum Mitglied des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden ernannt. Das teilte der Vatikan am Samstag mit. Ackermann ist auch Vorsitzender der Deutschen Kommission „Justitia et Pax“. Zusätzlich zu den 13 neuen Ratsmitgliedern ernannte der Papst neun Berater, darunter den Direktor des „Sozialinstituts Kommende Dortmund“, Peter Klasvogt (55), und den Osnabrücker Sozialwissenschaftler Manfred Spieker (69). Der Päpstliche Rat „Justitia et Pax“ kümmert sich um sozialpolitische Fragen und Menschenrechte. Die 1967 gegründete Kurienbehörde soll die Verbreitung und Anwendung der katholischen Soziallehre fördern. Seit drei Jahren wird er von dem aus Ghana stammenden Kurienkardinal Peter Turkson geleitet.

Papst Benedikt XVI. hat am Montag den Rücktritt des Passauer Bischofs Wilhelm Schraml (77) (Foto: KNA) angenommen. Schraml hatte bereits 2010 sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Schraml war mehr als zehn Jahre Bischof von Passau. Er wurde am 26. Juni 1935 im oberpfälzischen Erbendorf geboren und 1961 zum Priester des Bistums Regensburg geweiht. 1986 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Regensburg, im Dezember 2001 zum Bischof von Passau. In der Deutschen Bischofskonferenz ist Schraml aktuell stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie. Er gehört auch der Kommission für Liturgie an. Er wird vorerst als Apostolischer Administrator weiterhin an der Spitze seiner Diözese stehen, bis der Papst einen Nachfolger für den Passauer Bischofsstuhl ernennt.

Der Erfurter Bischof Joachim Wanke (71) (Foto: Bistum Erfurt) geht in den Ruhestand. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2012, 12 Uhr, hat Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch angenommen, das der Bischof aus gesundheitlichen Gründen eingereicht hatte. Wanke befindet sich aufgrund einer seit langem bekannten Herzkrankheit in einer labilen gesundheitlichen Situation, die ihn hindert, sein bischöfliches Amt wie gewohnt auszuüben. Der Rücktritt erfolgt im 32. Jahr nach seiner Bischofsweihe. Mit dem Rücktritt von Bischof Wanke ist der Erfurter Bischofsstuhl vakant. Gemäß dem Kirchenrecht wählt das Erfurter Domkapitel am 2. Oktober einen Diözesan-Administrator, der das Bistum leitet, bis ein neuer Bischof sein Amt antritt. Wanke wird offizell an zwei Tagen verabschiedet. Beim Elisabeth-Empfang am 20. November nimmt er nach einem Gottesdienst in der Schottenkirche im Erfurter Kaisersaal von der politischen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit Abschied. Von den seelsorglichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verabschiedet sich der Bischof am 28. November vormittags im Rahmen der Pastoralkonferenz. Nachmittags findet ein Festakt im Theater Erfurt statt, zu dem Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz, der Nachbarbistümer, des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, der Caritas und aus der Ökumene kommen. Außerdem nehmen Delegationen der Kirchengemeinden des Bistums Erfurt sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge und des Bischöflichen Ordinariates teil. Der Tag klingt mit einer Pontifikalmesse um 17.30 Uhr im Erfurter Mariendom aus. Seinen Ruhestand wird Wanke in Erfurt verbringen und dabei, wie es die Kräfte erlauben, auch weiterhin seelsorgerisch tätig sein.

Zion Evrony (62), israelischer Diplomat, ist neuer Botschafter seines Landes beim Heiligen Stuhl. Papst Benedikt XVI. empfing ihn am Freitag in Castel Gandolfo zu einem Antrittsbesuch, wie der Vatikan mitteilte. Mit der Überreichung seines Beglaubigungsschreibens tritt Evrony sein Amt offiziell an. Er ist Nachfolger von Mordechai Levy (64), der das Amt seit 2008 innehatte und im Sommer in den Ruhestand trat. Evrony war zuletzt in der Zentrale des israelischen Außenministeriums tätig. Zuvor war er von 2006 bis 2010 Botschafter Israels in Irland. Von 1995 bis 2002 vertrat er sein Land als Generalkonsul im texanischen Houston. Der im Iran geborene Soziologe und Politikwissenschaftler ist verheiratet und hat drei Kinder. Israel und der Heilige Stuhl haben seit 1994 volle diplomatische Beziehungen. Seit mehr als 15 Jahren dauern vatikanisch-israelische Verhandlungen über offene Rechts- und Steuerfragen an. Dabei geht es unter anderem um die traditionelle Steuerbefreiung katholischer Schulen, Hospize und Krankenhäuser sowie den rechtlichen Status von Klöstern und Pilgerstätten. Nach Angaben des früheren Botschafters Levy stehen die Verhandlungen kurz vor ihrem Abschluss. Das Verhältnis zwischen Heiligem Stuhl und Israel habe sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt.

Domkapitular Prälat Christoph Kühn (48) ist von Bischof Gregor Maria Hanke zum Beauftragten für die Angelegenheiten der Weltkirche ernannt worden. Zugleich übertrug der Bischof dem neuen Eichstätter Domkapitular die Aufgaben des Beauftragten für geistliche Gemeinschaften und des Beauftragten für „Liturgische Bildung“ in der Hauptabteilung Pastoral des Bischöflichen Ordinariats Eichstätt. Kühn übernimmt diese Aufgaben von Domkapitular Josef Blomenhofer, der mit Wirkung vom 1. August Dompfarrer wurde.

Notker Wolf (72), seit 2000 Abtprimas der Benediktiner, ist für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt worden. Die mehr als 250 Äbte der Benediktinischen Konföderation wählten Wolf am Freitag in Rom für eine dritte Amtszeit, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete. Der Abtprimas ist oberster Repräsentant von rund 23 000 Benediktinern und Benediktinerinnen. In den 21 Zweigen des Ordens, den sogenannten Kongregationen, leben gegenwärtig 7 350 Mönche, der Internationalen Benediktinerinnengemeinschaft gehören 15 400 Nonnen und Schwestern an. Der 1940 in Grönenbach im deutschen Allgäu geborene Wolf meldet sich regelmäßig in kirchlichen und gesellschaftlichen Debatten zu Wort. Wolf war 1962 in die Kongregation der Missionsbenediktiner in Sankt Ottilien eingetreten. Sechs Jahre später folgte die Priesterweihe. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie lehrte Wolf als Professor für Religionsphilosophie an der Hochschule seines Ordens in Rom. 1977 wurde er Erz-abt des bayerischen Klosters Sankt Ottilien. Seit seiner Wahl zum Abtprimas im Jahr 2000 steht Wolf der Abtei Sant'Anselmo in Rom vor und ist Großkanzler der päpstlichen Hochschule der Benediktiner, des Pontificio Ateneo Sant'Anselmo.

Francois Marie Velut (64), bislang Prior der Kartause Portes in Benonces in der ostfranzösischen Region Rhone-Alpes, ist neuer General des Kartäuserordens. Die Mönche der Großen Kartause nahe dem ostfranzösischen Voiron wählten ihn als Nachfolger von Marcellin Theeuwes (76) zum Prior des Mutterklosters. Die Prioren der 24 männlichen und weiblichen Kartausen weltweit bestätigten die Wahl; 20 von ihnen sind derzeit zum Generalkapitel in der Grande Chartreuse versammelt. Der Niederländer Theeuwes lebte seit 1997 im Mutterkloster und war seit 2005 Generalminister des Ordens. Ende August hatte Papst Benedikt XVI. seinen Amtsverzicht aus Krankheitsgründen angenommen. Velut ist erst der 73. Ordensgeneral der Kartäuser in gut 900 Jahren. Die Gemeinschaft gilt als der strengste religiöse Orden der katholischen Kirche. Ihre Mitglieder leben völlig zurückgezogen und verstehen sich als „tot für die Welt“, um sich im Gebet ganz Gott zu widmen. Der Tagesablauf der Mönche folgt einer strengen Ordnung und vollzieht sich meist im Schweigen. Einem breiteren Publikum wurde der Orden durch den preisgekrönten Dokumentarfilm „Die große Stille“ des deutschen Regisseurs Philip Gröning aus dem Jahr 2005 bekannt. Als Ordensgründer wird der heilige Bruno von Köln (1030–1101) geführt.