Papst fordert Recht auf Religionswechsel

Vatikanstadt (DT/KNA) Papst Benedikt XVI. fordert die Möglichkeit eines Religionswechsels auch für islamische Länder ein. Religionsfreiheit beinhalte nicht nur das Recht, seinen Glauben privat und öffentlich zu leben, sondern auch, die Religion aus Gewissensgründen zu wechseln. Das betonte das Kirchenoberhaupt am Donnerstag beim Antrittsbesuch des ersten Botschafters des Golfstaates Bahrain, Naser Muhamed Jussef el Belooschi. Die katholische Kirche bekenne sich zu dem Recht, seinem Gewissen unter allen Umständen zu folgen und nicht gegen dieses Gewissen handeln zu müssen. Der Vatikan und Bahrain hatten im Jahr 2000 volle diplomatische Beziehungen aufgenommen; bislang hatte das Königreich jedoch noch keinen Botschafter an den Heiligen Stuhl entsandt. In Bahrain, dessen König Hamad als aufgeschlossen gegenüber Christen gilt, leben unter 720 000 Einwohnern etwa 38 000 Katholiken. In seiner Botschaft an den Diplomaten würdigte der Papst den Respekt, den die Religionen im Königreich Bahrain genössen. Er stellte klar, dass das Recht auf Religionsfreiheit „das Innerste und Heiligste des Menschen“ berühre, nämlich seine Beziehung mit Gott. Religionswechsel für Muslime und Abfall vom Islam gilt in zahlreichen islamischen Ländern als schweres Vergehen. Strafe ist häufig eine Ächtung und Ausschluss aus der sozialen Gemeinschaft, mitunter sogar die Todesstrafe.