Papst: Naturrecht bleibt Basis für Bioethik

Vatikanstadt (DT/KNA) Benedikt XVI. hat davor gewarnt, ethische Urteile in der biomedizinischen Forschung auf die Basis von Mehrheitsmeinungen zu stellen. Ein bloßer Konsens sei „brüchig und leicht manipulierbar“, sagte der Papst vor den Mitgliedern der Glaubenskongregation am Freitag. Demgegenüber gebe es ein natürliches Moralgesetz, das für alle Menschen unabhängig von ihrer Glaubenshaltung nachvollziehbar und verbindlich sei. Benedikt XVI. hob hervor, der christliche Glaube liefere keine vorgefertigten Lösungen für konkrete Probleme der Forschung. Aus der christlichen Offenbarung ergäben sich jedoch Leitlinien für bioethische Fragen. Der Papst nannte unter anderem den Wert des menschlichen Lebens, den Doppelaspekt von Vereinigung und Zeugung bei der Sexualität und die Bedeutung der Familie, die auf der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau gegründet ist. Im Hinblick auf die Tätigkeit der Glaubenskongregation erinnerte der Papst besonders an die Instruktion „Dignitas personae“ von 2008. Als Nachfolgedokument zu „Donum vitae“ (1987) erinnere das Schreiben in „delikaten und aktuellen Fragen“ wie der Forschung an menschlichen Embryonen und dem Genom an den unbedingten Respekt vor dem Menschen, so Benedikt. Diskussionen um bioethische Fragen, etwa die Liberalisierung der Stammzellforschung, hatte zuletzt immer wieder politische Debatten ausgelöst.