Orientierungsphase in Wien

Wien (sb) Als „Zeit des miteinander Redens und des Innehaltens“ hat der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, die vierte Diözesanversammlung bezeichnet, die mit gut 1 500 Delegierten noch bis Samstagmittag im Wiener Stephansdom tagt. Nach drei Diözesanversammlungen 2009 und 2010 sowie den bereits eingeleiteten Strukturreformen in der Erzdiözese Wien sprach Schönborn am Donnerstag von einer wichtigen „Orientierungsphase“, um sich gemeinsam „des zukünftigen Weges zu vergewissern und zu schauen, wo unterschiedliche Zugänge zusammenpassen“. Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass manchmal Tempo reduziert, manchmal auch beschleunigt werden müsse. Nach den im September 2012 erlassenen Leitlinien der diözesanen Erneuerung sollen innerhalb von zehn Jahren an die Stelle der bisher 660 Pfarreien deutlich weniger, dafür größere Pfarreien treten, die aus einer Vielzahl von Filialgemeinden bestehen. Künftig sollen drei bis fünf Priester in einer Pfarrei tätig sein, doch nur einer davon als Pfarrer die Letztverantwortung tragen. Die Filialgemeinden sollen auch von ehren- oder hauptamtlichen Laien geleitet werden. Von den 2, 6 Millionen Einwohnern der Erzdiözese Wien, die neben der Bundeshauptstadt auch Teile Niederösterreichs umfasst, sind 1, 28 Millionen – also weniger als die Hälfte – Katholiken.