Olympiade: Zen erwartet Impuls für Menschenrechte

Wien (sb) Der Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, hat am Freitagnachmittag gemeinsam mit Kardinal Christoph Schönborn den traditionellen „Schweigemarsch für die verfolgten Christen“ von der Wiener Oper zum Stephansdom geführt. In einem Pressegespräch erklärte Kardinal Zen in Wien, er hoffe, dass die chinesische Regierung keine Angst davor habe, dass die ausländischen Besucher und Journalisten während der Olympischen Spiele auch den Christen des Landes begegnen. Die Olympischen Spiele seien für China sehr wichtig, doch könne dieser Erfolg nur dann vollständig sein, wenn er auch einen Impuls für die Menschenrechte gebe. Kardinal Zen erinnerte daran, dass die chinesische Verfassung offiziell die Religionsfreiheit garantiert. Dies müsse auch die Organisationsfreiheit einschließen. Die Regierung wolle alles kontrollieren und habe damit ein Problem, dass die chinesischen Katholiken ihr Zentrum in Rom haben. Er hoffe, dass „der wunderbare Brief des Heiligen Vaters“ auf lange Sicht eine wichtige Rolle für die Kirche in China spielen und von jedem akzeptiert werden könne. Zen hält sich auf Einladung der Organisationen „Christian Solidarity International“ (CSI) und „Kirche in Not“-Österreich in Wien auf. Der Kardinal wird in diesem Jahr die Texte des Kreuzweges des Papstes im römischen Kolosseum verfassen.