Moskau nimmt St. Patrick in Heiligenkalender auf

Wien/Moskau (DT/KAP) Russisch-orthodoxe Gläubige in Amerika können in diesem Jahr den Festtag des irischen Nationalheiligen, den St. Patrick's Day am 17. März, auch in religiöser Hinsicht mitfeiern. Die russische Orthodoxie hatte vergangene Woche offiziell mehrere große westliche Heilige aus der Zeit der „ungeteilten Kirche“ (vor dem Schisma von 1054) in ihren Liturgischen Kalender aufgenommen. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Heilige Synod des Moskauer Patriarchats bei seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag, wie die Stiftung „Pro Oriente“ am Dienstag berichtete. Das Patriarchat hofft, dass das offizielle Gedenken der westlichen Heiligen den orthodoxen Christen die Einheit der christlichen Tradition während des ersten Jahrtausends bewusst machen wird. Unter den westlichen Heiligen, die in Zukunft im „Menologion“, dem Verzeichnis der Biographien der Heiligen, genannt werden, sind unter anderem die Märtyrer von Lyon, der Heilige Victor von Marseille, der heilige Germain von Auxerre, der Heilige Vincent von Lerins, die heilige Genoveva von Paris, der heilige Alban von Britannien, der heilige Patrick von Irland und der heilige Prokop von Böhmen. Der Vorsitzende der Synodalabteilung für die Beziehungen zu Gesellschaft und Medien, Wladimir Legojda, sagte, die Liste der westlichen Heiligen sei aufgrund von Informationen aus den westeuropäischen Eparchien des Patriarchats zusammengestellt worden. Kriterien seien unter anderem ihr untadeliges Bekenntnis zum orthodoxen Glauben der ungeteilten Kirche gewesen, aber auch das Faktum, dass ihre Gestalt nicht für kontroverstheologische Polemiken gegen die östliche Kirche und den östlichen Ritus missbraucht wurde. Der im kirchlichen Außenamt für die zwischenkirchlichen Beziehungen zuständige Mönch Stefan Igumnow sagte im Gespräch mit „Interfax-Religion“, die Einbeziehung der Namen westlicher Heiliger in den russisch-orthodoxen Heiligenkalender erinnere daran, dass in der Zeit der ungeteilten Christenheit das kirchliche Leben überall auf einer gemeinsamen spirituellen Basis vor sich gegangen sei.