Minsk: Oppositionsführer verurteilt Abschiebung

Straßburg (DT/KNA) Der weißrussische Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch hat die Ausweisung dreier polnischer Priester aus seiner Heimat verurteilt. In Weißrussland herrsche schon genug Mangel an Priestern; die Situation werde durch solche Aktionen der Regierung noch verschlechtert, sagte Milinkewitsch am Mittwoch in Straßburg der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Es sei schade um die religiöse Landschaft Weißrusslands. Am Dienstag hatte Weißrussland drei polnischen katholischen Pfarrern den weiteren Aufenthalt im Land verweigert. Die Behörden werfen den Geistlichen der Diözese Grodno im Westen des Landes vor, ihre Gottesdienste in polnischer Sprache gefeiert zu haben. Einem Bericht der Warschauer Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ zufolge lehnt die Regierungskommission für religiöse Angelegenheiten ab, die bis Jahresende befristete Aufenthaltserlaubnis der drei Geistlichen zu verlängern. Deren Pfarreien stünden wegen des Priestermangels nun vor einem großen Problem, sagte Pater Stanislau dem Hörfunksender Radio Free Europe. Da das Priesterseminar in Grodno nicht genügend Weißrussen ausbilden könne, sei die Kirche noch mindestens zehn Jahre lang auf ausländische Seelsorger angewiesen. 180 der rund 400 katholischen Pfarrer in Weißrussland kommen aus dem Ausland, fast alle aus Polen. Die Regierung fordert von der katholischen Kirche seit langem den Verzicht auf ausländische Pfarrer.