Mein junger Glaube im Alltag: SMS als Adventskalender: Auf zur Demo für die Familie: YOU!gendarbeit in Wien

Von Sebastian Hartmann, Markus Werz und Marcel Urban

Examen unterm Marienbild: Über die Tapferkeit:  Warten auf eine Ewigkeit

„Mein junger Glaube im Alltag“ – darüber schreiben jeden Samstag junge Frauen und Männer aus dem Team der „Jungen Federn“ der „Tagespost“. Sie notieren, was sie persönlich gerade mit ihrem Glauben erleben.

 

2014, 100, 24, 160. Diese Zahlen werden mich in der Adventszeit begleiten. Eine neue Herausforderung, die gemeistert werden will, steht vor mir. Es ist ein kleines Projekt, ein Wagnis und nicht zuletzt ein Geschenk. Was haben diese Zahlen mit der Adventszeit zu tun?

Ganz einfach. Die Schönstattbewegung feiert im Jahre 2014 ihr hundertjähriges Gründungsjubiläum. In den vergangenen Jahren gab es bereits Planungen, damit die Festlichkeiten im Jubiläumsjahr ein voller Erfolg werden. So hat sich die Schönstatt-Mannesjugend Fulda vorgenommen, bis 2014 insgesamt 2014 Stunden zu verschenken. Das bedeutet konkret, ehrenamtlich in sozialen Einrichtungen mitzuhelfen, sich Zeit für Gebetsstunden oder Zeit für andere zu nehmen. Ziel ist es, 2014 Stunden zu erreichen. Kein einfaches Unterfangen, wenn man bedenkt, dass knapp 30 aktive SMJler nur zwei Jahre Zeit zum Sammeln haben. Aber mit der Hilfe des Herrn kann man es schaffen.

Und so habe ich mir für die Adventszeit ein Projekt vorgenommen: den „SMJ-SMS-Adventskalender“. Und der Name ist dabei Programm. Ein von unserer Schönstatt-Mannesjugend (SMJ) angebotener Adventskalender soll in den 24 Tagen vor dem Weihnachtsfest mittels Short Message Service mit Bibelstellen, Zitaten und Impulsen die Zeit des Wartens verkürzen. Das Angebot ist kostenlos und erreicht hoffentlich viele, die aus dem Schokoladenadventskalenderalter herausgewachsen sind. Es ist auch ein Versuch, die Ankunft des Herrn deutlicher in den Alltag aufzunehmen. Warten ist oftmals lästig, Geduld ein seltenes Gut. Da darf eine SMS an das Wesentliche im Leben erinnern. Und ist es nicht die kleine Freude im Alltag, die uns Gott greifbar macht? Wie sehr hat man sich als Kind über das Öffnen der Kalendertürchen gefreut! Es ist die Freude auf das Verborgene. Und vielleicht kommt man ja auf diese Weise auch dem Geheimnis des Glaubens ein Stückchen näher.

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich ab dem 1. Dezember die Adventszeit mit 160 Zeichen langen frohen Botschaften zu verkürzen, sende eine E-Mail mit Name, Vorname und Handynummer an adventskalender@smj-fulda.org. Ich freue mich schon darauf, kleine Freuden zu verschicken. Mehr auf: www.smj-fulda.org

Der Autor (23) studiert Jura in Würzburg

Am Samstag habe ich demonstriert. Eigentlich bin ich niemand, der auf die Straße geht und im Chor Forderungen brüllt. Aber in diesem Fall habe ich eine Ausnahme gemacht und mich den Demonstranten gegen das Gesetzesprojekt zur Homo-„Ehe“ angeschlossen. Letztlich waren es zwei Ereignisse, die den Ausschlag dafür gaben: Eine Juraprofessorin erklärte mir, dass das Ziel des Gesetzesvorhabens die Zerstörung der Familie ist, denn die natürliche Elternschaft soll hinter die soziale Elternschaft zurücktreten. Elternteil ist, wer das Wunschkind (zumindest temporär) miterzieht. Das ist eine Aushöhlung des Rechts, ganz im Sinne des Positivismus. Letztlich beruht das Recht nur auf der Zwangsinstanz, die es in Kraft setzt, nicht mehr auf einer anthropologischen Wahrheit.

Am Tag vor der Demonstration stach mir eine Kolumne ins Auge, die eine Dozentin für Gendertheorien an ihre Bürotüre geheftet hatte. Darin griff eine prominente Homosexuelle den ehemaligen französischen Premierminister Lionel Jospin an. Der Sozialist hatte in einem Interview gesagt, dass er die Position seiner Partei respektiere, aber persönlich gegen die Homo-„Ehe“ sei. Denn die Menschheit sei durch die Bipolarität von Mann und Frau strukturiert. Für die Homosexuelle war das nur Ausdruck der Ideologie des Patriarchats, das den Menschen das Recht auf Glück verweigert. Dass intelligente Menschen solchen Parolen zustimmen können, hat mich erschüttert.

Viele Familien, ältere und jüngere Menschen versammelten sich am Samstag mit Luftballons und kleinen Fähnchen um das Reiterstandbild von Ludwig XIV. auf der Place Bellecour. Hinter einer Polizeiabsperrung befanden sich kaum zweihundert Gegendemonstranten, die die Route unseres Zuges blockierten. Nachdem sie abgedrängt worden waren, gingen wir los. Allerdings zogen wir direkt an den Gegendemonstranten vorbei. Dabei nutzten sie den kurzen Abstand, um zu spucken und uns zu beschimpfen.

Dieser Hass hat mich nachdenklich gestimmt. Auch auf dem Weg zum Rathaus hörte ich immer wieder Kommentare vom Straßenrand: „Wahnsinn, dass es heutzutage immer noch so viele Menschen gibt, die gegen die Homo-,Ehe‘ sind.“ Oder: „Wenn ich eine Granate hätte, würde ich sie in den Haufen werfen.“

Diese Gewalt, in Lyon war sie Gott sei Dank nur verbaler Art, gegen Menschen, die gesittet ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen, hat mich schockiert. Ist das die Freiheit, die uns im Zuge weiterer „Liberalisierungen“ blüht? Alles in allem war die Demo ein Erfolg. Über 25 000 Menschen waren auf der Straße. Viele wahrscheinlich das erste Mal – wie ich. Nun dreht sich der Wind in der Öffentlichkeit. Vielleicht kommt es doch noch zur geforderten gesamtgesellschaftlichen Debatte.

Der Autor (24) studiert in Lyon

 

Menschen, die auf Fehler und Probleme in der Kirche hinweisen, gibt es genug. Als ich auf einem Werbeplakat den Satz „Handeln anstatt heulen!“ las, ist mir wieder vor Augen geführt worden, dass es um das Agieren geht. Sehen und urteilen – aber auch zur Tat schreiten. Aber sieht die Zukunft der Kirche wirklich so schwarz aus, wie viele meinen? Gibt es denn keine Initiativen, die sich um die jungen Christen kümmern?

Doch, es gibt sie und eine möchte ich hier vorstellen: das Jugendmagazin YOU!. „Katholisch“ steht hier nicht nur auf dem Titelblatt, sondern ist auch Programm. Zum einen kann man darin aktuelle Lieder und Kinofilme finden, die mit unserem Glauben durchleuchtet werden. Behandelt werden zum anderen aber auch Fragen von Jugendlichen zu den Themen Kirche, Beziehung und was vor allem Teenager in der Pubertät interessiert.

Diesen Monat fand der Dankgottesdienst zum 20-jährigen Bestehen der „katholischen Bravo“ statt. Sehr viele Helfer nahmen teil; auch die ehemaligen Mitarbeiter, die das Magazin durch ihre freiwillige und unentgeltliche Arbeit unterstützten, als sie Teenager waren und nun ihren krabbelnden und ausgeschlafenen Nachwuchs mitbrachten.

Als der Priester während der heiligen Messe bei der Wandlung die Hostie erhob, fragte ein Kind keck: „Ist das Jesus? Kann man Jesus essen?“ Als der Priester die Hände neigte, hörte man von dem Junior, der seine Augen ganz weit öffnete: „Wo ist Jesus jetzt?“ Allein diese Frage von einem Jungen, der gerade mal sprechen kann, zeigt doch, dass Kinder vieles besser verstehen als Erwachsene, von denen viele glauben, dass es sich bei der Eucharistie nur um ein gesegnetes Stück Brot handelt.

Aber zurück zu der Frage, ob die Kirche wirklich kurz vor dem Aussterben ist.

Es gibt junge Leute, die die Initiative ergreifen, um die Welt zu retten. Das YOU! besteht hauptsächlich aus ehrenamtlichen Jugendlichen, die die „Generation X“ zu einer „Generation für Christus“ umwandeln möchten. Wenn man sich die Frauen und Männer dieses Projekts anschaut, darf man nicht diejenigen vergessen, die ihnen den Rücken stärken. Jedem dieser Engagierten ist bewusst, dass das Vorhaben durch Gebet gestützt werden muss.

Als ich das YOU!-Büro in Wien besuchte, war ich erstaunt, wie man um 12 Uhr alles stehen und liegen ließ, um den Angelus zu beten und um 15 Uhr für den Barmherzigkeitsrosenkranz eine Pause einlegte. Freiwillig, dennoch waren alle mit Leib und Seele beim Gebet dabei.

Der Autor (20) studiert Theologie

in Stift Heiligenkreuz