Marx: Kirche muss für Bilder der Hölle Buße tun

Erding (DT/KNA) Die Kirche hat nach den Worten des Münchner Kardinals Reinhard Marx mit Bildern wie dem des Fegefeuers und der Hölle Angst vor dem Tod gemacht. „Und dafür müssen wir Buße tun“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Samstag in Erding. Denn Jesus ginge es nicht darum, Sünden aufzuzählen, sondern jedem Menschen Heil und Rettung zuzusagen. Um sich vorzustellen, was nach dem Tod komme, brauche der Mensch Bilder. „Aber das müssen Bilder der Zuversicht, der Hoffnung sein, Bilder, die uns helfen und voranbringen, auch wenn sie uns keine endgültige Antwort geben können.“ Marx betonte, dass er fest daran glaube, dass er nach dem Tod dem lebendigen Gott begegne. Dieser werde ihm aufzeigen, „was ich hätte sein können und was ich tatsächlich gewesen bin“. Dies sei sicherlich ein schmerzhaftes Erlebnis. „Und wir müssen die Verantwortung übernehmen für das, was wir getan haben.“ Doch Gott sage zu, dass er den Menschen mit seiner Hilfe verwandeln und in die Vollendung führen werde, „aber ohne erhobenen Zeigefinger und ohne eine Hölle mit Folter, Gefängnis und Siedeofen“. Der Kardinal kritisierte, dass heute ein „verkrampftes Verhältnis“ zum Tod bestehe und der Glaube an die Auferstehung schwach geworden sei. Die Kirche müsse dem „starke Riten und Symbole“ entgegensetzen, etwa den Sarg beim Requiem in der Kirche aufzubahren. Auch Kinder dürfe man von der Konfrontation mit dem Tod nicht abhalten.