„Logik des Schenkens“

Papst Franziskus ermahnt Orden zu Transparenz in Finanzangelegenheiten

Vatikanstadt (DT/KNA) Katholische Orden müssen nach Worten von Papst Franziskus ihre Verwaltungs- und Finanzbelange mit Umsicht und Transparenz erledigen. Das gelte umso mehr, als sie auch heute noch in den Augen von Kirche und Welt „Vorposten“ im Einsatz für die Armen und im Kampf gegen materielle, moralische und geistigen Nöte seien. Das unterstrich der Papst in einer Botschaft an ein am Wochenende in Rom tagendes Symposium über den Umgang der Orden mit kirchlichen Gütern.

Zum Treffen in der Franziskaner-Universität Antonianum waren gut 500 Ökonomen und Verwaltungsexperten katholischer Orden und religiöser Institutionen zusammengekommen. Die Orden und Einrichtungen des gottgeweihten Lebens müssten auch heute an vorderster Front und durch ihr Leben und Zeugnis dafür eintreten, dass das „Prinzip der Unentgeltlichkeit und die Logik des Schenkens einen Platz in der Wirtschaftswelt finden“, mahnte der Papst. Sie müssten darauf achten, dass die Güter und der Besitz ihrer Einrichtungen mit Sorgfalt und Transparenz verwaltet, geschützt und bewahrt werden. Zur charismatisch-geistigen Dimension der religiösen Gemeinschaften müssten daher auch Wirtschaftlichkeit und Effizienz hinzukommen. Eine Vergeudung dieser Güter dürfe nicht toleriert werden, vielmehr müssten die Ressourcen gut genutzt werden. Gerade die Orden seien immer eine „prophetische Stimme“ in der Kirche für Christus gewesen, „der arm geworden ist und uns mit seiner Armut bereichert hat“, führte der Papst aus. Daraus ergebe sich der Auftrag zur Solidarität, zum Teilen und zur Caritas, die sich in Nüchternheit, in der Suche nach Gerechtigkeit und in der Freude auf das Wesentliche ausdrücke. Und die auf der Hut sein müsse vor den „materiellen Idolen, die den eigentlichen Sinn des Lebens verdunkeln“. Daher dürften die Orden sich nicht auf eine „theoretische Armut“ beschränken, sondern müssten sich der Niedrigen, der Armen, der Kranken und der Kinder unmittelbar annehmen. Denn es gehe darum, jeden Egoismus zu überwinden.