Koch: Ethische Ökumene-Probleme

Bonn (DT/KNA) Katholiken und Protestanten sollten nach den Worten von Kurienkardinal Kurt Koch bei ethischen Debatten stärker mit einer Stimme sprechen. Es sei ein „grundlegendes Problem in der Ökumene“, dass es in diesem Bereich „etliche Differenzen“ gebe, äußerte der päpstliche Ökumenebeauftragte am Mittwoch in einem Interview auf katholisch.de. „In den 1970er oder 80er Jahren lautete das Leitwort in der Ökumene ,Glaube trennt, Handeln eint‘“, so der aus der Schweiz stammende Kardinal. „Heute müsste man fast das Gegenteil sagen. Wir konnten viele Glaubensfragen klären, es sind aber neue Probleme auf ethischem Gebiet virulent geworden, vor allem bioethische Fragen.“ Zu der von den deutschen Bischöfen herausgegebenen Orientierungshilfe zum Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner sagte Koch, Papst Franziskus habe ausdrücklich entschieden, dass dieses Papier nicht als Dokument der Bischofskonferenz erscheinen solle. „Die Schwierigkeit ist allerdings, dass der Text gleich geblieben ist und sich wie ein Dokument der Bischofskonferenz liest.“ Der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates fügte hinzu: „Wie das in Deutschland weiterbearbeitet wird, das müssten Sie dort nachfragen.“ Im Vatikan sei derzeit dazu „kein größeres Projekt in Arbeit“. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte die Orientierungshilfe im Juni publiziert. Weil es sich nicht um ein verbindliches Dokument handelt, entscheidet jeder einzelne Bischof über den konkreten Umgang mit dem Thema in seinem Bistum.