Kirchen würdigen Patriarchen Paulos

Vatikanstadt/Genf (DT/KNA) Vertreter der christlichen Kirchen weltweit haben den verstorbenen äthiopisch-orthodoxen Patriarchen Abune Paulos gewürdigt. Papst Benedikt XVI. lobte den Einsatz des Kirchenführers für die Ökumene. In einem Beileidstelegramm erinnerte er an die Teilnahme von Abune Paulos an der katholischen Afrika-Synode 2009 im Vatikan und dessen Aufruf zu einem gemeinsamen Einsatz für Menschenrechte und Menschenwürde. Der Präsident des Weltkirchenrates (ÖRK), Olav Fykse Tveit, hob das Engagement des Patriarchen gegen Aids sowie für den Schutz von Flüchtlingen hervor. Abune Paulos war Mitglied des ÖRK-Präsidiums. Das religiöse Oberhaupt von gut 40 Millionen orthodoxen Äthiopiern war am Donnerstag im Alter von 76 Jahren gestorben und wird am Donnerstag beigesetzt. Abune Paulos wurde am 3. November 1935 unter dem bürgerlichen Namen Gebre Medhin Wolde Yohannes im äthiopischen Tigre geboren. Nach einem Studium in Princeton in den USA übernahm er als Bischof zunächst die Leitung eines ökumenischen christlichen Hilfs- und Flüchtlingsdienstes. Unter dem kommunistischen Regime von Mengistu Haile Mariam (1974–1991) geriet die äthiopische Kirche stark in Bedrängnis. Abune Paulos verbrachte die Jahre von 1974 bis 1976 im Gefängnis. Seit 1982 leitete er das Theologische Seminar in Kolfe. 1986 wurde er zum Erzbischof ernannt und 1992 zum Patriarchen gewählt. Die Amtszeit von Abune Paulos war gekennzeichnet durch Bemühungen um Aussöhnung mit dem Staat und intensive Kontakte zu den orthodoxen Schwesterkirchen.