Kirche sieht Legalisierung von Drogen skeptisch

Buenos Aires (DT/KNA) Argentiniens Kirche steht Regierungsplänen zur Legalisierung von Drogenkonsum in dem südamerikanischen Land skeptisch gegenüber. „Unsere Gesellschaft ist dafür noch nicht reif genug“, sagte der Vorsitzende der zuständigen Kommission bei der Argentinischen Bischofskonferenz, Jose Maria di Paola, laut der Tageszeitung „La Nacion“. Der Geistliche, der in Argentinien als Padre Pepe bekannt ist, gilt wegen seiner Erfahrungen als Streetworker als ein wichtiger Ratgeber von Papst Franziskus; dieser war vor seiner Papstwahl Erzbischof von Buenos Aires. Der Präsident der Sozialpastoral, Bischof Jorge Lozano, warnte zudem, eine Legalisierung von Drogenkonsum schade den Abhängigen. Das Land verfüge nicht über ein für die Entkriminalisierung notwendiges Netzwerk von Betreuungs- und Behandlungseinrichtungen. Laut „La Nacion“ hat die Linksregierung von Cristina Fernandez de Kirchner den Direktor der nationalen Drogenbehörde Juan Carlos Molina beauftragt, einen Gesetzentwurf zur Reform der Drogengesetze zu erarbeiten. Dieser sehe vor, Drogenbesitz nicht mehr unter Strafe zu stellen und den Anbau von Marihuana für den Eigenbedarf zu erlauben. In den vergangenen Monaten hat die Kirche wiederholt auf den wachsenden Einfluss der Drogenkartelle in Argentinien hingewiesen und die Regierung aufgerufen, schärfer gegen Kriminalität vorzugehen. In den vergangenen Jahren ist Argentinien zu einem wichtigen Umschlagplatz für den Kokainhandel geworden. Drogenbanden liefern sich teils heftige Auseinandersetzungen. Allein in der Hafenstadt Rosario stieg die Zahl der Mordopfer zwischen 2010 und 2013 von 119 auf 257.