Kardinal Marx schließt Pilgerpforte in Kevelaer

Kevelaer (DT/KNA) Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat die diesjährige Wallfahrtszeit im niederrheinischen Kevelaer beendet. Im Anschluss an einen feierlichen Gottesdienst in der Marienbasilika schloss er am Allerheiligen-Tag am Mittwoch symbolisch die Pilgerpforte der Wallfahrtskirche. In seiner Predigt erinnerte Marx an die Reformation vor 500 Jahren, die er als „große Tragödie für die Kirchengeschichte“ bezeichnete. Er sei froh, dass das Jahr des Reformationsgedenkens „ohne Misstöne und Anklagen“ verlaufen sei und kündigte an, auch weiterhin im engen Dialog mit den evangelischen Kirchen zu bleiben. „Es geht um die Zukunft des Christentums“, betonte Marx; nur gemeinsam könne man auch in den kommenden Generationen bestehen. Der Kardinal rief zu einer „neuen Solidarität“ auf. Christen seien Zeugen dafür, dass trotz vieler Unterschiede alle Menschen Schwestern und Brüder seien. „Wir dürfen Patrioten und heimatverbunden sein, aber nicht kleinkariert, rückwärtsgewandt und nationalistisch“, so Marx. Die 28 000-Einwohner-Stadt Kevelaer gilt mit rund 800 000 Pilgern jährlich als die zweitgrößte katholische Wallfahrtsstätte Deutschlands nach dem bayerischen Altötting. Anziehungspunkt ist das Marienbild „Trösterin der Betrübten“ von 1641, der Zeit des Dreißigjährigen Krieges.