Käßmann Pillen-Lob: Meves schreibt an Marx

München (DT/kath.net) Scharfe Kritik an den Pillen-Aussagen von Käßmann in einer katholischen Kirche kommt von der bekannten Kinder- und Jugend-Psychotherapeutin Christa Meves, die sich in einem offenen Brief an den Münchner Erzbischof Marx äußert. Wörtlich schreibt Meves: „Die Anti-Baby-Pille unter dem Aufjauchzen der Zuhörerinnen als einen Höhepunkt des ökumenischen Kirchentages ausgerechnet im Münchner Dom Zu Unserer Lieben Frau als „ein Geschenk Gottes“ zu bezeichnen – wie das Frau Ex-Bischöfin Margot Käßmann zustande brachte – ist eine unfassliche Beleidigung des christlichen Glaubens und ein skandalöser Affront gegen die katholische Kirche. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC der WHO) hat bereits im Jahr 2005 die Pille nach langfristiger Einnahme als brustkrebserregend eingestuft. Dementsprechend boomt die Neuerkrankungsrate vom Mammakarzinom. Ebenso steigt das Risiko für die Erkrankung an einem Gebärmutterhalskrebs und an Leberkrebs. Die Pille hat auch eine früh-abtreibende Wirkung. Weitere schwerwiegende Risiken wie zum Beispiel die Thrombosegefahr, der jüngst sogar zwei junge Frauen erlegen sind, sind lange schon bekannt. Alle diese Risiken werden aber trotz besseren Wissens in der Öffentlichkeit unzureichend verbreitet. Es ist dringend angezeigt, die Unvereinbarkeit zwischen wissenschaftlicher Wahrheit, wie die katholische Kirche sie im Hinblick auf dieses Thema nachhaltig vertritt, und dem die Pille beschönigenden Mitlaufen in der EKD eindeutig und öffentlich entgegenzutreten.“

Der Vorsitzende des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK), Alois Glück, hatte Käßmanns Pillen-Lob am Freitag in der ARD als „unproblematisch“ bezeichnet. In der Bewertung Pille dächten laut Glück viele katholische Frauen wie die evangelische Ex-Bischöfin. Er denke, dass 90 Prozent der Katholikinnen „in dem Zusammenhang von der Sache her genauso reagieren und sich so verhalten“. Es gebe in der katholischen Kirche in einigen Punkten eine Diskrepanz zwischen offizieller Lehrmeinung und dem, „was die allermeisten Seelsorger vertreten und dem, was von Katholiken gelebt wird“. Pater Bernd Hagenkord von Radio Vatikan möchte laut einem Bericht der „taz“ den Nutzen der Anti-Baby-Pille nicht schmälern, findet aber die Darstellung von Margot Käßmann „arg verkürzt“. Die Pille stehe auch für eine ständige sexuelle Verfügbarkeit von Frauen, zum Beispiel bei Prostituierten, die er so nicht gutheißen könne. „Trotzdem finde ich es schwierig, mir als Mann da eine Meinung zu erlauben. Letztlich muss das jede Frau für sich entscheiden“, meint Hagenkord.