Junge Federn: Ich will mehr!

Die Liste der Sehnsüchte ist lang. Von Conrad Jagwitz

Ich will mehr!

Es gibt in meiner Umgebung eine Menge Dinge, die mir die Erfüllung meines Suchens anbieten. Viele Menschen in meinem Umfeld suchen ihre Sehnsucht im Vergnügen verschiedenster Art zu erfüllen, viele in einer Partnerschaft – es gibt unzählige Angebote und wie nachvollziehbar ist es, dass man darin die Freude sucht! Ich glaube, dass Christen häufig den Fehler begehen, derartiges Suchen grundsätzlich für falsch zu halten. Insbesondere die Suche nach einer Partnerschaft ist in erster Linie etwas Positives, da dies in vielen Fällen die Sehnsucht danach ausdrückt, sich selbst an andere zu verschenken.

Ich glaube, dass dieses Suchen nicht ein zu unterdrückendes Sehnen nach moralisch Verwerflichem bedeutet, sondern ein Ausdruck der Sehnsucht nach Gott ist. Nach jemandem, der unser Verlangen stillt.

In meinem Umfeld beobachte ich aber trotzdem häufig, dass diese Suchen in der Leere enden. Das bedeutet, dass wir versuchen, die Angebote der Welt zu verabsolutieren. Der Alkohol kann unsere Sehnsucht nicht ertränken, unser Sicherheitsbedürfnis kann nicht gestillt werden, indem wir uns – um ein innerkirchliches Beispiel zu nennen – an den Alten Ritus klammern, damit wir auch ja nicht Gefahr laufen, zu progressiv zu werden, oder indem wir besonders viele Freunde haben; auch eine besonders hübsche Partnerin oder ein besonders cooler Partner können meinen Wert nicht bestätigen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass unsere Sehnsucht häufig durch die Freude der Welt entflammt und geweckt wird und dass die Schönheit dessen, was wir in unserem Umfeld finden, insofern sehr relevant ist, als dass sie uns auf die Schönheit Gottes verweist. Ja, wir suchen nach Freude, nach guten Gefühlen, nach Sicherheit, Geborgenheit, Frieden, Bestätigung, man könnte die Liste lange fortführen.

Wirklich nachhaltig und vor allem treu erfüllt werden wird unsere Sehnsucht aber nur aus der vertrauensvollen Beziehung zu Jesus Christus, der uns unseren Wert gibt einfach durch die Tatsache, dass er uns ins Dasein gerufen hat und uns durch den Auftrag, zu seiner größeren Ehre zu leben, Sinn gibt. Das heißt, dass wir alles, was wir im Alltag machen, in dem Bewusstsein tun, dass wir von Gott zu diesem Leben gerufen sind und es ihm zurückschenken wollen, denn dieses Verschenken an Gott ist das letztlich Erfüllende.

Das bedeutet, dass Christen keine Menschen sind, die besonders gut dazu in der Lage wären, auf Dinge zu verzichten, sondern letztlich diejenigen sind, die sich eingestehen, dass ihre Sehnsucht immer noch größer ist.

Der Autor, 19, ist Student der Staatswissenschaften