Jahr des geweihten Lebens

Jahr des geweihten Lebens
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Jahr des geweihten Lebens
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Der Dominikanerpater Thomas Schuster (Foto: Archiv) ist Geistlicher Direktor im Exerzitienhaus St. Paulus in Leitershofen.

Ein Leben nach den evangelischen Räten ist für mich ...

eine große Freiheit für Gott und das Glaubensleben, für die ich sehr dankbar bin. Sie erwächst aus der Verpflichtung gegenüber den inneren und äußeren Geboten, die Gott offenbar allen ins Herz gepflanzt hat.

In der Heiligen Schrift finde ich ...

eine mich immer wieder überraschende Gottesnähe – kein Wunder, es ist ja die „Geschichte Gottes mit dem Menschen“ (F. Stier).

Am geweihten Leben fasziniert mich ...

immer wieder auf Christus hin und damit das Heilwerden aller „geweiht“ worden zu sein.

Unser Gründer, der heilige Dominikus, hat überzeugend vorgelebt, ...

wie sehr der Glaube – und seine „Weitergabe“ – von unserem beispielgebenden Leben und Beten und von unserem Sprechen „mit und von Gott“ und seiner Kirche abhängt.

Der Kirche zu dienen ...

versuche ich zurzeit in unserem Exerzitienhaus in Leitershofen: Räume zu schaffen zur Vertiefung und Stärkung unseres schönen Glaubens, buchstäblich (Gottes-)Begegnungen zu ermöglichen, als Quelle der Erfahrung für uns alle.

Freiheit bedeutet in einer Gemeinschaft ...

vielleicht zunächst, die Freiheit des anderen zu achten! Oder mit Augustinus gesagt: „Dilige et quod vis fac“ (Liebe, und was du (dann) tun willst, das tu!).

Kleiner werdende Kommunitäten ...

sind auch nur wieder eine Aufgabe. Eine Aufgabe zum gemeinsamen Nachdenken über unseren Auftrag und unsere Berufung und Anfrage an unsere Mobilität und Flexibilität. Sie zeigen aber auch unsere Begrenztheit auf.

Ein Vorurteil über Ordensleute, das abgebaut werden sollte, ...

ist vielleicht, dass sie „Sonderwege“ in der Kirche gehen oder gar „lebensfern“ sind. Sie gehen keine Sonderwege und sind ganz und gar nicht lebensfern, sondern versuchen, ihrer Berufung in und für die Kirche zu folgen. Und das tun die allermeisten mit Freude.

Geistliche Berufe haben Zukunft, ...

weil Gott sicher nicht aufhören wird, uns zu rufen und zu begleiten.

Das „Jahr des geweihten Lebens“ wird ein Segen, ...

weil es uns alle auf unsere Berufung und die Bedeutung unseres Lebens von Gott her erinnert. Und das „Jahr der Barmherzigkeit“ wird uns aus einem ganz ähnlichen Grund zum Segen werden.