Guatemala: Kardinal interveniert im Lehrerstreik

Guatemala-Stadt (DT/KNA) Guatemalas Kirchenleitung hat sich in den Hungerstreik von Lehrern katholischer Schulen eingeschaltet. „Ich habe mit Staatspräsident Alvaro Colom und der Bildungsministerin gesprochen, und man hat mir zugesichert, dass die ausstehenden Gehälter in der kommenden Woche gezahlt werden“, erklärte der Erzbischof von Guatemala-Stadt, Kardinal Rodolfo Quezada. Gut ein Dutzend Lehrer waren in der vergangenen Woche aus Protest in den Hungerstreik getreten. Schon Ende Juli hatten die Lehrer um eine Intervention des guatemaltekischen Bildungsministeriums gebeten, weil ihre Gehaltszahlungen nach Worten eines Sprechers „ohne Angabe von Gründen“ ausgeblieben seien. Das Ministerium habe keine Mittel zu helfen, hieß es zunächst. Ein Lehrervertreter forderte zugleich die Entlassung der Führung des Zusammenschlusses katholischer Schulen „Fe y Alegria“ („Glaube und Freude“). Der Schulverbund, der in ganz Lateinamerika überwiegend in sehr armen Gebieten aktiv ist, müsse wieder unter die Leitung von Jesuiten gestellt werden. „Fe y Alegria“ geht auf den Jesuitenpater Jose Maria Vela zurück, der 1955 in Venezuela die erste Schule gründete. Inzwischen operiert das Netzwerk in zahlreichen lateinamerikanischen Staaten. In Guatemala gibt es den Schulverbund, in dem laut Bericht rund 16 000 Schüler von etwa 600 Lehrern unterrichtet werden, seit 32 Jahren.