Genn: Größere Pfarreien sind keine Notlösung

Münster (DT/KNA) Münsters Bischof Felix Genn hat dazu aufgerufen, die Zusammenlegung von Gemeinden zu größeren Einheiten nicht als „Notlösung“ zu verstehen. Durch die Kooperation der sonst oft unter sich bleibenden kleinen „Gemeindefamilien“ und das Zusammenwirken vieler verschiedener Charismen könnten sich neue Wege der Glaubensweitergabe eröffnen, sagte Genn am Montag in Münster bei einem Treffen von Priestern, Diakonen und Pastoralreferenten. Das katholische Milieu früherer Zeiten hat sich nach den Worten des Bischofs aufgelöst. Die „Sozialgestalt von Kirche“, wonach der Bürger zugleich getaufter Christ ist, sei zu Ende. Viele Menschen suchten nicht mehr einen Glauben, der sie in die Kirche einbinde, „sondern punktuelle religiöse Erfahrungen“ etwa anlässlich von Taufe, Trauung oder Beerdigung. Die Kirche müsse lernen, auf diese Menschen „neu zuzugehen“. Entschieden wandte sich Genn gegen die Vorstellung, das Heil in einer kleinen Herde und in einer „Kirche der Entschiedenen“ zu suchen.