Gehängt und gevierteilt

Zum Gedenktag des seligen Christopher Wharton. Von Katrin Krips-Schmidt

Reliquie Christopher Whartons. Foto: KS
Reliquie Christopher Whartons. Foto: KS

Der selige Christopher Wharton gehört mit seinen 84 Gefährten zu einer Gruppe von Märtyrern, die bei einer blutigen Katholikenverfolgung unter der Herrschaft von Königin Elisabeth I. (1533–1603) ein bewegendes Zeugnis für ihren Glauben ablegten.

Bereits im ersten Jahr ihrer Regentschaft betrieb die Tochter Heinrichs VIII. seit 1559 ihre katholikenfeindliche Politik. Wer treu an seinem Glauben festhielt, wurde grausam verfolgt, eingekerkert, ja sogar ermordet. 1585 wurde ein Gesetz erlassen, das die Verbannung katholischer Priester aus dem Königreich anordnete. Wer dennoch blieb oder wieder ins Land zurückkehrte, wurde des Hochverrats angeklagt. Zu ihnen gehörte Christopher Wharton.

Er wurde 1542 in Middleton in der englischen Grafschaft Yorkshire geboren und studierte im Trinity College in Oxford. Dort konvertierte er zum katholischen Glauben und schloss sein Studium 1564 ab. Um Priester zu werden, musste er das Land verlassen. 1583 trat er in das englische Seminar in Reims ein. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1586 kehrte er in aller Heimlichkeit zurück auf die Insel, wo er nun, ständig auf der Flucht, als Priester wirkte, den treu gebliebenen Katholiken die Sakramente spendete und in Kellergewölben die Messe feierte.

Unterschlupf bot ihm eine Witwe, Eleanor Hunt. 1599 wurden beide entdeckt und gefangengenommen. Am 28. März 1600 hängte man Christopher Wharton und vierteilte ihn, nachdem man noch versucht hatte, ihn vom Glauben abzubringen. Er blieb jedoch standhaft.

Nach seiner Hinrichtung stellte man zur Abschreckung seinen abgetrennten Kopf an einer der Brücken von York aus. Katholiken nahmen ihn mit. Heute wird die Schädelreliquie in der Kapelle des Myddelton Grange Catholic Retreat Centre in Yorkshire aufbewahrt.

Bei den am 22. November 1987 von Papst Johannes Paul II. Seliggesprochenen handelt es sich neben Wharton vor allem um Diözesangeistliche, die ihr Leben zum Teil in sehr jungen Jahren ließen. Daneben wurden auch einige Laien zur Ehre der Altäre erhoben, denn unter Elisabeth I. galt es schon als todeswürdiges Verbrechen, einem Priester Unterkunft zu gewähren.