Fasziniert vom heiligen Don Bosco

Zum Gedenken an den seligen August Czartorysky am 8. April. Von Katrin Krips-Schmidt

Der selige August Czartorysky kam als erstes Kind von Prinz Ladislaus Czartorysky von Polen und seiner Frau, Gräfin Maria Amparo, am 2. August 1858, in Paris zur Welt. Aufgrund der politischen Situation in Polen war seine Familie gezwungen, in Frankreich im Exil zu leben, doch die Mitglieder des Adels hofften noch immer auf die Wiederherstellung eines vereinigten Königreiches. Daher hatte die Familie mit ihrem Sohn große Pläne.

Doch August war ein ganz anderes Schicksal beschieden. Als er sechs Jahre alt war, verlor er seine Mutter, die an Tuberkulose starb. Auch August hatte sich mit dieser Krankheit infiziert, was ihn zeit seines Lebens immer wieder kränkeln ließ.

Obwohl er in Adelskreisen aufgezogen wurde, brachte er schon früh seinen tiefen Missmut über das oberflächliche und letztlich inhaltsleere Treiben der gesellschaftlichen Feste und Bankette zum Ausdruck. Einmal schrieb er an seinen Vater: „Ich muss dir gestehen, dass ich genug habe von all den Feiern; es sind oberflächliche Veranstaltungen, die mir seelische Qualen bereiten, und ich fühle nur einen Zwang, Bekanntschaften mit den Teilnehmern dieser Veranstaltungen zu machen.“

Sein Privatlehrer Joseph Kalinsowski, der später Karmelit werden sollte, empfahl Augusts Vater, seinen Sohn der Ausbildung eines Priesters anzuvertrauen. Der entscheidende Wendepunkt in Augusts Leben war jedoch die Begegnung mit dem Gründer der Salesianer, mit dem heiligen Don Bosco, als dieser in der Privatkapelle der Czartoryskys in Paris eine heilige Messe feierte. August war fünfundzwanzig Jahre alt und fasziniert von Don Bosco. Er verspürte in sich die Berufung zum Priestertum und zu den Salesianern, und er nahm sie an. Er wusste: „Gott ruft, und Gott möchte, dass ich hier bin.“

Zugleich verzichtete er damit auf seinen Adelsstand und sein Vermögen. August trat 1887 ins Noviziat ein. Obwohl sein Vater Prinz Ladislaus mit dieser Entscheidung zunächst ganz und gar nicht einverstanden war und der Priesterweihe seines Sohnes am 2. April 1892 sogar fernblieb, versöhnte er sich doch bald mit ihm.

Pater August konnte seinen priesterlichen Dienst nicht lange ausüben: ein Jahr später verstarb er am 8. April 1893 in Alassio in Ligurien im Alter von vierunddreißig Jahren. Am 25. April 2004 wurde der reiche Jüngling, der alles für seinen Herrn aufgegeben hat, von Johannes Paul II. seliggesprochen.