Ein wortgewaltiger Prediger

Der heilige Jacobus von der Mark – 28. November. Von Katrin Krips-Schmidt

Der Franziskaner Jacobus von der Mark. Foto: Krips-Schmidt
Der Franziskaner Jacobus von der Mark. Foto: Krips-Schmidt

Neben Bernhardin von Siena und Johannes von Capistran gehört Jacobus von der Mark zu den drei wortgewaltigsten Volkspredigern des 15. Jahrhunderts. Alle drei waren Mitglieder der Franziskaner.

Um das Jahr 1394 als Sohn frommer Eltern in dem kleinen Ort Monteprandone in der Provinz Ancona in der mittelitalienischen Region Marken geboren, entschied er sich als Jüngling zum Eintritt bei den Franziskanern. 1420 wurde er zum Priester geweiht. Innerhalb des Ordens gehörte er der „Observanzbewegung“ an, die sich für eine besonders strenge Befolgung der Ordensregel einsetzte. Er selbst nahm nur einmal täglich eine Mahlzeit zu sich, die aus Wasser und Brot bestand, er schlief auf dem Fußboden, sein „Kopfkissen“ war ein Stein. Mit dieser Härte sich selbst gegenüber wollte er Sühne leisten für die Sünden der Welt, mit denen er auf seinen Missionsreisen konfrontiert wurde, die er vierzig Jahre lang zu Fuß durch Italien, Deutschland, Österreich, Ungarn, Böhmen, Polen, Russland und Dalmatien unternahm. Jacobus predigte gegen Irrlehren und wurde 1427 zum Inquisitor für Ungarn und Böhmen ernannt. Er nahm am Konzil von Basel (1431–1449) teil, wo ihm eine Versöhnung mit den gemäßigteren Anhängern der Hussiten gelang. Seine Bemühungen, die in Konventualen und Observanten geteilten Franziskaner wieder zusammenzuführen, waren indes nicht von Erfolg gekrönt.

Die letzten drei Jahre seines Lebens verbrachte Jacobus in Neapel, wo er am 28. November 1476 starb. Papst Benedikt XIII. sprach ihn am 10. Dezember 1726 heilig.

Jacobus wurde in Neapel in Santa Maria la Nova beigesetzt. 2001 wurde sein unversehrter Leichnam in seinen Heimatort umgebettet, wo er heute in einem Glasschrein in der Franziskanerkirche für die Öffentlichkeit sichtbar aufbewahrt wird.

Jacobus von der Mark ist einer der Schutzheiligen von Neapel. Dargestellt wird er oftmals mit einem Kelch in der rechten Hand, aus dem eine Schlange hervorkriecht – eine Anspielung an die Versuche einiger Häretiker, ihn zu vergiften.