„Die Botschaft von Fatima zeigt, wie wir Christen leben sollen“

Buchvorstellung zum Jubiläumsjahr der Erscheinungen in Regensburg Von Markus Bauer

Rosenkränze zum Weltfrauentag
Mit Nachdruck wirbt Franziskus für das Rosenkranzgebet. Foto: KNA
Rosenkränze zum Weltfrauentag
Mit Nachdruck wirbt Franziskus für das Rosenkranzgebet. Foto: KNA

Regensburg (DT) „Wenn wir Christen sein wollen, müssen wir auch marianisch sein!“ Diese Aussage von Papst Paul VI. zog sich fast wie ein roter Faden durch die Vorstellung des Buches „100 Jahre Botschaft von Fatima. Mitverantwortung für das Heil der anderen“ im Haus Heuport in Regensburg. Das vom Institutum Marianum Regensburg und vom Akademischen Forum Albertus Magnus kürzlich herausgegebene, 275 Seiten starke Buch versammelt in 25 Beiträgen ganz unterschiedliche Aspekte zu dem Ereignis vor 100 Jahren. Zentrales Anliegen der Autoren ist es, die außergewöhnliche Bedeutung des damaligen Geschehens zu vermitteln und die Botschaft für heute zu deuten. Zumal Papst Franziskus die Hirtenkinder Francisco und Jacinta Marto zum Jubiläum heiliggesprochen hat.

Das im Pustet-Verlag erschienene Buch ist in vier Kapitel gegliedert: Theologie und Spiritualität, Päpste in Fatima, das Anliegen und seine Deutungen, Frömmigkeit und Glaube. Vier Autoren stellten in Kurzvorträgen ihr Thema vor. Josef Kreiml, der Vorsitzende des Institutum Marianum Regensburg, beleuchtete den Umgang mit den Erscheinungen der Hirtenkinder in den Jahrzehnten danach. Besonders die Aufforderung zum Rosenkranzgebet wurde eines der zentralen Anliegen. Für heute brachte Kreiml die Botschaft von Fatima wie folgt auf den Punkt: „Die Botschaft von Fatima zeigt, wie wir Christen leben sollen, was der Welt zum Frieden dient und wie die Menschen in den Himmel kommen können.“ Ihre persönlichen Eindrücke vom Besuch Papst Franziskus‘ heuer in Fatima zur Heiligsprechung der Hirtenkinder schilderte die Journalistin Julia Wächter. Dabei ging sie auch auf die Fatima-Besuche der Päpste Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. und deren Bezüge zu Fatima ein. „Johannes Paul II. und Benedikt XVI. vertrauten sich in einem Weiheakt Maria an, ebenso Franziskus“, führte Wächter aus. Ebenso ging sie auf die Bedeutung des in der Erscheinung genannten in weiß gekleideten Bischofs und die Symbolik dieser Farbe ein. Und sie wies auf den brasilianischen Buben Lucas hin, der nach einem Sturz und wenig Heilungschancen seitens der Ärzte wohl durch die Anrufung der Muttergottes von Fatima geheilt wurde und heute wieder völlig gesund ist.

Aus der publizistischen Seite näherte sich Veit Neumann, Professor für Pastoraltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten und Redakteur an der Bischöflichen Pressestelle Regensburg, dem Sujet. Er hatte die Berichte in Lokalzeitungen über „Professor Ludwig Fischers begeisternde Vorträge über Fatima“ näher analysiert. Fischer war Anfang der 1930er Jahre einer der zentralen Vermittler der Fatima-Ereignisse und Gründer der Zeitschrift „Bote von Fatima“. Akribisch hat Neumann die Berichte über Fischers Vorträge untersucht – mit dem Ergebnis, dass zu Beginn der 30er Jahre die Vermittlung dieser Ereignisse und der damit verbundenen religiösen Botschaft möglich war. Für heute wünscht sich der Pastoraltheologe eine stärkere Interdisziplinarität – besonders mit der Kommunikationswissenschaft. Das von Albert Figel im Jahr 1931 geschaffene Fatima-Bild stellte die Kunsthistorikerin Dr. Susanne Biber vor. Sie verwies auf inhaltliche Bezüge zu Ludwig Fischers Ausführungen und auch auf zwei Madonnen-Gemälde des Regensburger Malers Erwin Schöppl aus den Jahren 1944 und 1945, die in Regensburger Sakralbauten hängen und im Kontext des Kriegsendes in Regensburg ihren Ursprung haben.

Seine persönlichen Bezüge zu Fatima erläuterte in seinem Grußwort Bischof Rudolf Voderholzer, der für das Buch ein Geleitwort beigesteuert hat. Zum Abschluss seiner Promotion war er vor 20 Jahren in Fatima. Durch diesen Besuch sei ihm deutlich geworden, „dass die Divisionen des Papstes stärker sind als alle anderen Divisionen“. Er dankte den Verantwortlichen des Institutum Marianum, dass nach dem Buch zum Jubiläum „Patrona Bavariae“ mit dem Fatima-Buch eine zweite Publikation vorliegt. „Man kann nicht Christ sein, ohne mariologisch zu sein. Denn Maria führt uns zu Christus!“, schloss der Bischof, indirekt die Päpste Paul VI. und Franziskus zitierend, sein Grußwort.

Josef Kreiml/Sigmund Bonk (Hg.): 100 Jahre Botschaft von Fatima. Mitverantwortung für das Heil der anderen. Mit einem Geleitwort von Bischof Rudolf Voderholzer. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, 2017, 275 Seiten,

ISBN 978-3-7917-2918-3, EUR 29,95