Die Andacht nach dem Sturm

Von Sally-Jo Durney

Die erste Begegnung mit dem Weltjugendtag ist wie ein Trommelwirbel, ein Sprung ins kalte Wasser, ein Sturm, der die Begeisterung in unseren Herzen entzündet, die Flammenzunge über unseren Köpfen.

Und doch gibt es noch mehr zu erleben als nur Freudengesänge, Gemeinschaft und nächtelanges Feiern. Die Andacht und Ehrfurcht, die schon in kurzen Momenten während der Eröffnungsmesse die Menschenmassen ergreift, packt uns auch im Kleinen.

Ganz egal, ob wir vor dem Bildschirm auf den Blonia-Wiesen stehen und den heiligen Vater hören, oder auf den Knien in einer kleinen Kirche mutterseelenallein die Göttliche Barmherzigkeit betrachten, dürfen wir eine tiefere und fruchtbarere Erfahrung machen: Nicht nur die Gemeinschaft mit anderen Christen, mit anderen Pilgern, sondern die Gemeinschaft mit Gott, die persönlichste Beziehung überhaupt. Besonders im Kreuzweg mit unserem Papa Francesco spüren wir die zur vorigen Aufregung gegenteilige Stille.

Ja, wir dürfen uns freuen! Wir dürfen die Hände erheben, und zum Himmel singen: „Jesus Christ, you are my life!“ Aber dabei bleibt es nicht. Wir gehen weiter, den ganzen Weg nach Golgota, und blicken in diese Augen voller Barmherzigkeit, die uns auch aus dem Gemälde der Heiligen Faustina entgegenschauen.

Wir gehen mit Gott und so feiern wir nicht nur mit, sondern üben mit-Leid, das uns dann zu einem tieferen Verständnis gegenüber unserem lieben Jesus, unserer Mitmenschen und der Göttlichen Barmherzigkeit führt.