China und Vatikan: Noch keine Einigung in Sicht

Hongkong (DT/KNA) Gerüchte über eine angebliche Einigung zwischen China und dem Vatikan über künftige Bischofsernennungen werden in der Volksrepublik dementiert. Hongkongs Kardinal John Tong Hon hatte kürzlich in einem Brief von einem vorläufigen Konsens gesprochen. Eine offizielle Reaktion aus Peking zu Tongs Einlassungen gibt es bislang zwar nicht. Allerdings meldeten sich nun zwei Priester und Liu Bonian, der ehemalige Vizepräsident von Chinas katholischer Staatskirche, der Patriotischen Vereinigung, in der „South China Morning Post“ (Sonntag) zu Wort. „Das ist Tongs private Meinung“, sagte Liu mit Blick auf den Brief des Hongkonger Kardinals. „Ob China seine Bischöfe in Zukunft bestimmen wird, hängt vom weiteren chinesisch-vatikanischen Dialog ab.“ Die Empfehlung des Kardinals, dass Peking mehr als dreißig Bischöfe von Chinas Untergrundkirche, die parallel zur offiziellen Staatskirche existiert, anerkennen sollte, verwarf Liu. Wegen ihrer „politischen Haltung“ seien sie ungeeignet für die Arbeit mit der kommunistischen Partei. Ein Priester aus Guangzhou, der namentlich nicht genannt werden wollte, hält es für verfrüht, von einer Einigung zu sprechen: „Es ist voreilig, über diese Dinge zu diskutieren, ehe sie solide auf Papier festgehalten sind.“