Bistum will Schadenersatz von Tebartz-van Elst

Berlin/Limburg (DT/KNA) Das Bistum Limburg verlangt Schadenersatz in Millionenhöhe von seinem ehemaligen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung bestätigte Bistumssprecher Stephan Schnelle am Donnerstag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der vom Papst eingesetzte Administrator Manfred Grothe habe im Vatikan seit April mehrfach kirchenrechtliche Fragen nach einer materiellen Wiedergutmachung vorgebracht. Jetzt müsse der Papst entscheiden. Schnelle betonte zugleich, dass Grothe Tebartz in Rom nicht „angezeigt“ habe. Ob Forderungen gegen den Bischof erhoben würden, in welcher Höhe und auf welchem Weg, könne nur im Einverständnis mit dem Vatikan entschieden werden. Bei Rechtsakten gegen einen Bischof sei grundsätzlich der Heilige Stuhl zuständig. Im Herbst werde es weitere Gespräche geben. Insgesamt geht es laut „Bild“ um rund 3,9 Millionen Euro. Diese Summe habe das Bistum im Zusammenhang mit dem Bau des Bischofshauses abschreiben müssen. Darin enthalten seien unter anderem Kosten für nicht realisierte Entwürfe in Höhe von 950 000 Euro sowie Um-, Rück- und Wiederaufbauten für 780 000 Euro. Die Nebenkosten der Planung seien um 2, 2 Millionen Euro überzogen gewesen. Ob der frühere Bischof für den Verlust allein verantwortlich sei, solle der kirchenrechtliche Prozess klären. Der Apostolische Administrator sei als Übergangsverwalter verpflichtet, von der Diözese Schaden abzuhalten, sagte Schnelle der Zeitung. Grothe müsse also auch Schulden eintreiben, um nicht selbst haftbar zu werden.