Bistum Aachen: Beratungen über Fusionen beginnen

Aachen (DT/KNA) Im Bistum Aachen beginnen kommende Woche die Beratungen der umstrittenen Fusionspläne für 125 Pfarreien. Viele Gemeinden hätten zu den Plänen Stellungnahmen abgegeben, teilte Hauptabteilungsleiter Rolf-Peter Cremer am Dienstag in Aachen mit. Einige hätten Zustimmung geäußert, andere um Veränderungen in Größe, Zuschnitt und Zeitpunkt der Fusionen gebeten. Der Bischof will 125 der insgesamt 537 Pfarreien zu 45 neuen Gemeinden zusammenlegen. Dagegen hatten einige Gemeinden protestiert. Auch der Diözesanrat der Katholiken übte Kritik an den Plänen. Ihnen fehle ein „präziser Blick auf die örtliche Situation“, hieß es. So seien Fusionen auch für Pfarreien mit lebendigem Gemeindeleben vorgesehen. Cremer erklärte, der Bischof habe jedoch die Verantwortung, „aus übergeordneten Gründen“ Entscheidungen zu treffen, die die Zukunft der Seelsorge in der ganzen Diözese im Blick hätten. Bislang konnten die Pfarreien im Bistum Aachen selbst entscheiden, ob sie die Selbstständigkeit aufgeben. Das führte nach Angaben des Bischofs seit Jahren zu Verzögerungen im Reformprozess. Der Priesterrat wird den Angaben zufolge am 30. Oktober über die Stellungnahmen beraten. Seine Empfehlungen sollen am 2. November in der Gemeinsamen Konferenz debattiert werden; dieser gehören Vertreter aus Kirchensteuerrat, Pastoralrat und Diözesanrat der Katholiken sowie Generalvikar Manfred von Holtum an. Am 8. November will Bischof Heinrich Mussinghoff den Gemeinden seine endgültige Entscheidung per Brief mitteilen. Danach sind laut Bistum weitere Gespräche über die Form der Fusionen notwendig. Die Vereinigung der Gemeinden soll laut Bischof bis zum 1. Januar 2010 abgeschlossen sein. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen auch alle 71 Gemeinschaften der Gemeinden und die dazugehörigen Kirchengemeindeverbände gegründet sein.