Bischof kritisiert Gender

Voderholzer: Mutterschaft muss finanziell honoriert werden

Regensburg (DT/KNA) Mütter sollten nach Auffassung des Regensburgers Bischofs Rudolf Voderholzer Geld für ihre Erziehungsleistung bekommen. Viele Frauen, die ihr Leben der Erziehung ihrer Kinder gewidmet hätten, seien von Altersarmut bedroht, beklagt Voderholzer in einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Interview der „Katholischen SonntagsZeitung“ für das Bistum Regensburg. Dies sei „beschämend“. Mutterschaft müsse „als einer der wichtigsten Dienste an der und für die Gesellschaft anerkannt und auch finanziell honoriert werden“.

Mit scharfen Worten setzt sich der Bischof Genderideologie auseinander. Dieser gehe es nicht um Geschlechtergerechtigkeit, „sondern um die Abschaffung der Geschlechter und die Leugnung der geschlechtlichen Bestimmtheit des Menschen“. Diese Problematik werde von vielen noch nicht erkannt. Papst Franziskus habe sich wiederholt und sehr kritisch mit diesem Denken auseinandergesetzt, das in seiner Extremform „dualistisch und leibfeindlich“ sei. Letztlich werde dabei geleugnet, dass die Schöpfung des Menschen als Mann und Frau gut sei. In der innerkatholischen Debatte um wiederverheiratete Geschiedene wirbt der Bischof für einen Perspektivwechsel. Die Kirche schütze mit ihrem Festhalten an der Unauflöslichkeit der Ehe das Versprechen, das sich Eheleute einmal gegeben hätten. Er selbst habe noch kein Paar erlebt, welches von sich behauptet habe, „nur ein paar Jahre“ zusammenbleiben zu wollen. Alle hätten den ehrlichen Wunsch nach lebenslanger Bindung. Wer damit in Schwierigkeiten komme, könne sich kostenlos in Beratungsstellen der Kirche helfen lassen. Im Übrigen glaube er, dass die meisten wiederverheirateten Geschiedenen längst in den Pfarrgemeinden voll integriert seien, auch wenn sie nicht zur Kommunion gehen dürften, unterstrich Voderholzer.

Der Bischof legte den Betroffenen in Anlehnung an einen Vorschlag des emeritierten Papstes Benedikt XVI. nahe, ihren öffentlichen Verzicht auf den Empfang der Kommunion als „einen wertvollen Dienst am rechten Ehe- und Eucharistieverständnis“ zu betrachten. Seelsorger sollten sie bestmöglich unterstützen, „damit sie auch die Kraft finden, mit diesem Verzicht ein Leben als gläubiger Christ zu leben“.