Bischöfe bitten um Gnade für Todeskandidaten

Tallahassee (KNA) Die katholischen Bischöfe in Florida haben um Gnade für den zum Tode verurteilten Häftling Jerry Correll gebeten. In einem am Dienstagnachmittag (Ortszeit) veröffentlichten Schreiben appellieren sie an den Gouverneur des US-Bundesstaats, Rick Scott, die für Donnerstag geplante Hinrichtung nicht zu vollstrecken. Die Würde eines jeden Menschen müsse geachtet werden, auch wenn dieser großen Schaden angerichtet habe, betonten die Bischöfe. Die Todesstrafe fördere Rache anstelle von Gerechtigkeit und verstärke eine wachsende Missachtung des menschlichen Lebens. In ihrem Schreiben sprechen sich die Bischöfe für eine Umwandlung des Todesurteils in eine lebenslange Haftstrafe aus. Die Aussicht auf ein Leben im Gefängnis sei eine schwere Strafe, die jedoch die Möglichkeit zur Umkehr und Vergebung beinhalte. Die Bischöfe verweisen auf die Forderung von Papst Franziskus zur Abschaffung der Todesstrafe während seiner USA-Reise im September. Correll wurde 1985 für schuldig befunden, seine Ex-Frau sowie deren fünfjährige Tochter, ihre Mutter und ihre Schwester ermordet zu haben. Seine für Februar geplante Hinrichtung war aufgrund einer fehlenden Genehmigung für das Betäubungsmedikament Midazolam verschoben worden. Nach Angaben der Bischöfe wäre die Hinrichtung Corrells die zweiundzwanzigste seit dem Amtsantritt von Scott im Januar 2011. Unter keinem anderen Gouverneur seien seit der Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 so viele Menschen hingerichtet worden.